Buchbesprechung

Lehrmeister der Deutschen: Als Thomas Mann ging

17.12.2025

Thomas Mann und die Deutschen. Das ist eine ambivalente Geschichte von Wendungen und Endungen. Anlässlich des Mann-Jubiläums erzählt Florian Illies in seinem neuen Buch, wie für den Weltschriftsteller der Weg ins Exil begann. 

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Zunächst vollzog der „Lehrmeister der Deutschen“, Thomas Mann, die Wendungen: Als Jüngerer Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte er zu den Strudelnden der Weltkriegsbegeisterung.

Nach dem Ersten Weltkrieg 

Er sah sich als Verteidiger der Kultur - gegen die Widersacher der Zivilisation. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er - was ihm sein Bruder Heinrich voraus hatte - Abschied vom Nationalen.

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Exilant in den USA 

Als die Deutschen dann Hitler wählten und dieser nach der Macht der Diktatur und des Terrors griff, kehrte Mann der Heimat den Rücken und ging ins Exil. Die meiste Zeit verbrachte er als Exilant in den USA. Allen Anfang nahm sein Abschied aber in der französischen Kleinstadt Sanary an der Mittelmeerküste mit der hohen Sonne und dem rauen Mistral. 

Mann in Sanary, ein paar Monate im Sommer 1933: In der Nachbarschaft der Mitdenker und Großschreiber seiner Zeit Aldous Huxley und Lion Feuchtwanger. Öfter auch an der Seite seines Bruders Heinrich

Über den Literaturnobelpreisträger 

Im Thomas-Mann-Jahr 2025, der Weltautor feiert 150. Geburtstag, legt nun der Bestseller-Autor Florian Illies ein Buch über den Literaturnobelpreisträger vor und erzählt die eilige Geschichte, wie alles begann: „Wenn die Sonne untergeht. Familie Mann in Sanary.“ Über vielerlei Anekdoten nähert sich Illies der Realität der Familie Mann in der Emigration.

Die Ungewissheit am Meer

Einfühlsam und nahbar beschreibt Illies Manns quälende Unsicherheit und seinen Hader mit der Frage: Wie umgehen mit dem Vaterland? Erst nach Sanary wird Mann diese Zweifel ablegen und den Satz sagen: "Wo ich bin, da ist Deutschland". Mann, der selbsterklärte Repräsentant des deutschen Geistes. 

Abschied von Deutschland 

Für den Autor der Buddenbrooks und des Zauberbergs war Sanary eine Endung seiner eigenen Geschichte – Manns Abschied von Deutschland, dem Land, in dem er danach nie mehr leben wollte.
  

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