Silvester am Südpol

Neujahr: So feierten Maier & Co

31.12.2010

Nach der Zielankunft gab es einen Burge - jetzt ist das Team am Rückweg.

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© ORF
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Eisiges Silvester. Knapp minus 30 Grad, Schnee, Eis und frisch gegrillte Hamburger von den Amerikanern im Nachbarzelt: Nach dem Zieleinlauf auf dem Südpol (ÖSTERREICH berichtete) ließen Hermann Maier, Tom Walek und ihre Team-Kollegen Sabrina Grillitsch und Alex Sedjukov (er musste vorzeitig aufgeben) am Freitag im ewigen Eis die Korken knallen.

„In der Antarktis richtet sich die Uhrzeit danach, welche Station von welchem Land verwaltet wird“, so Walek vorab im Ö3-Interview. Der Einfachheit halber einigte man sich auf die russische Zeit, „weil wir bei der russischen Station gestartet sind“. Die Wettlauf vom Südpol-Kandidaten starteten somit eine Stunde vor Österreich ins neue Jahr. Gesellschaft leisteten die 240 Amerikaner auf der Nachbar-Station, die die gelandeten Österreicher mit Fast Food versorgten.

Am Dienstag fliegen Maier und Co. nach Argentinien

Viel Zeit zum Feiern blieb Maier und Co. nicht. Denn die Vorbereitungen auf die Rückreise begannen in der Silvesternacht.  „Wir fliegen mit einer kanadischen Maschine nach Patriot Hills an der Küste der Antarktis“, beschreibt Walek das Prozedere. Von dort aus geht es voraussichtlich am Dienstag per russischem Transportflugzeug weiter nach Argentinien. Und danach über Chile zurück nach Europa. Fazit: „Es ist noch ein weiter Weg nach Hause.“

400 Kilometer in 10 Tagen: „War ein langer Marsch!“
Gegen die Strapazen der letzten knapp zwei Wochen fast ein Spaziergang. 400 Kilometer marschierte das Quartett, nach Alex Serdjukovs Ausstieg (er landete mit beinahe erfrorenen Fingerkuppen im Versorgungszelt) als Trio, in zehn Tagen durch die Eiswüste, überquerte Gletscherspalten, kochte mit aufgetautem Eiswasser, nächtigte am Boden. Bei bis zu minus 30 Grad waren Maier und Co. täglich bis zu 18 Stunden auf den Skiern, schleppten auf dem Schlitten 60 kg Ausrüstung mit. Einzige Verbindung zur Außenwelt: das Satellitentelefon.

„Es ist ein langer Marsch gewesen und wir sind sehr erschöpft, aber auch glücklich“, so Walek, der sich gemeinsam mit Maier bereits auf „ein Stück Schwarzbrot mit Butter und ein weiches Ei“ zu Hause freut: „Es wird ein berührender Moment.“  Ob die Österreicher oder das deutsche Team um Joey Kelly und Markus Lanz den Wettlauf zum Südpol gewonnen haben, wird erst im Frühling enthüllt. Voraussichtlich am 8. März startet das Antarktis-Abenteuer als fünfteilige Dokureihe auf ORF/ZDF.
 

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