Regelbruch?

EBU verwarnt israelischen ESC-Sender KAN

09.05.2026

Kurz vor dem Eurovision Song Contest 2026 in Wien sorgt Israel für Wirbel. Der israelische Rundfunk KAN wurde von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) offiziell verwarnt. Hintergrund ist eine Werbeaktion rund um den israelischen ESC-Beitrag.

Zur Vollversion des Artikels
© KAN
Zur Vollversion des Artikels

Laut Berichten hatte der israelische Vertreter Noam Bettan in mehreren Werbevideos Menschen direkt dazu aufgefordert, ihre zehn möglichen Stimmen vollständig an Israel zu vergeben. Die Clips wurden in insgesamt 13 Sprachen verbreitet und sorgten rasch für Kritik. Die EBU sah darin einen Verstoß gegen die Regeln des Wettbewerbs.

EBU greift rasch ein

Der norwegische Sender TV2 berichtet, dass die Europäische Rundfunkunion (EBU) den israelischen Rundfunkveranstalter KAN wegen eines Verstoßes gegen die Regeln des Eurovision Song Contest formell gewarnt hat. ESC-Direktor Martin Green erklärte, dass die Organisatoren innerhalb kurzer Zeit reagiert hätten. Die israelische Delegation sei aufgefordert worden, die Verbreitung der Videos sofort einzustellen und bereits veröffentlichte Inhalte offline zu nehmen.

Er kommentierte dies wie folgt: „Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass Videos veröffentlicht wurden, in denen der für KAN startende Künstler dazu anleitet, zehnmal für Israel abzustimmen. Innerhalb von 20 Minuten kontaktierten wir die israelische Delegation und forderten sie auf, die Verbreitung der Videos sofort zu stoppen und sie von allen Plattformen zu entfernen. Dem kamen sie nach.“ Zudem fügte er hinzu: „...ein direkter Aufruf, die zehn verfügbaren Stimmen für einen einzigen Künstler oder Song zu verwenden, entspricht weder unseren Regeln noch dem Geist des Wettbewerbs. Wir haben eine formelle Warnung an KAN übermittelt und werden deren Werbeaktivitäten weiterhin genau beobachten und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen.“ 

Besonders problematisch sei laut Veranstaltern gewesen, dass direkt dazu aufgerufen wurde, alle verfügbaren Stimmen auf einen einzigen Act zu konzentrieren. Genau solche unverhältnismäßigen Werbeaktionen wolle man beim ESC künftig verhindern. Erst vor Eurovision 2026 wurden strengere Regeln für Promotion-Kampagnen eingeführt.

Neuer Wirbel vor ESC in Wien

KAN verteidigte die Aktion laut Berichten und erklärte, die Videos seien auf Initiative des Künstlers entstanden. Nach der Intervention der EBU seien sie aber nicht weiter verbreitet worden. Die Verwarnung kommt nur wenige Tage vor dem Start des Bewerbs in Wien. Das erste Halbfinale steigt am 12. Mai, das Finale folgt am 16. Mai. Insgesamt treten heuer 35 Länder beim ESC an.