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Im großen oe24.TV-Spezial zum Eurovision Song Contest diskutierten am Dienstagabend Ex-ORF-Journalistin und Israel-Expertin Danielle Spera, Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp, Sacher-Chef Matthias Winkler sowie Terror-Experte Nicolas Stockhammer bei Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel.
Die ganze Sendung können Sie hier nachschauen
Die besten Sager:
Aufregung um Israel: "Die Aufregung ist skandalös, finde ich. Israel ist eines der erfolgreichsten Länder beim Song Contest - viermal gewonnen", sagt Spera dazu. Und: "Also es ist wirklich absurd, was hier passiert und diese Vermischung von Kunst und Politik und der Boykott von Künstlern, nur weil sie Juden sind, das geht gar nicht."
Die innenpolitische Komponente des ESC: "Bürgermeister Michael Ludwig will diesen ESC nutzen, um sich hier politisch zu profitieren. Was er allerdings unterschätzt hat ist natürlich im Moment die Weltlage und vor allem auch die politische Brisanz. Und dann kommt es eben zu diesen Situationen, dass dann bei Auftritten des Bürgermeisters dann groß demonstriert wird und es Pfeifkonzerte gibt", so Nepp. Er kritisiert zudem die hohen Kosten für die Stadt.
Die geringe Auslastung bei Hotels: "Wir reden von 80.000, 90.000 Menschen, die zum Event nach Wien kommen. Wien hat sonst über 8,5 Millionen Menschen, die hierher kommen, also selbst wenn die alle kommen, ist das nicht einmal ein Prozent der Jahresleistung. Dass daraus nicht bummvolle Hotels und Restaurants resultieren, ist logisch", erklärt dazu Sacher-Chef Winkler.
Die Sicherheitslage: "Man muss das sicherlich in der großen geopolitischen Gemengelage sehen und das kanalisiert sich nach Europa und schlussendlich nach Österreich. Die Terrorgefahr ist enorm
hoch, wie schon seit langem nicht mehr. Es gibt eine doppelseitige Fokussierung, also zwei Bedrohungsvektoren, das eine ist der klassische sunnitische Terrorismus vom IS, den wird
es weiterhin geben, den gab es auch die ganze Zeit über, und jetzt bedingt durch den Iran-Krieg hat sich eine neue Achse hervorgetan, die ganz konzertiert aus dem schiitischen Spektrum
heraus (...) versuchen im Westen - und seit zwei Monaten auch immer wieder erfolgreich aus deren Sicht - mit niederschwelligen Anschlagsszenarien für Unruhe zu sorgen."
Terror-Sorge beim israelischen Fan-Café? "Es ist eine interessante und sehr angenehme Stimmung, wenn man hinkommt, also ich kann nur jedem raten hinzugehen, und ich bin wirklich froh, dass sich mit Lisa Wegenstein und Götz Schrage jemand gefunden hat, der dieses Café durchführt, dass es eine israelische Fanzone gibt, wo man sich in Sicherheit und in einer schönen Atmosphäre zusammenfinden kann. Ich fand es wirklich schockierend, dass sich ja viele Cafés geweigert haben, eine israelische Fanzone einzurichten, also das erinnert mich wirklich an dunkelste Zeiten in Österreich", so Spera.
Schreckt der ESC Hotelgäste ab? "Da muss ich eher mit einem Fragezeichen antworten. Also echte Daten dazu haben wir nicht. Aber dass das ein Gesprächsthema ist, das den ESC jetzt auf eine unangenehme Art und Weise begleitet und wenn man vor das Haus geht und dort stehen normalerweise zwei Polizisten, stehen jetzt vier. Und wenn man durch die Stadt geht, sieht man vermehrt Exekutive, was einem auf der einen Seite das Gefühl der Sicherheit gibt, auf der anderen Seite aber auch erinnert daran, da findet gerade etwas Großes statt", so Sacher-Chef Winkler.
Die Kosten für die Stadt Wien: "Ich habe mir noch die Beschlüsse rausgeholt. Es sind 38 Millionen Euro im Moment prognostiziert. Das heißt, das ist einmal eine Mindestzahl, und für diese 38 Millionen zahlen 22 Millionen die Stadt Wien und 16 Millionen wird über den ORF beigesteuert. Aber wenn man jetzt sieht, dass ein erhöhter Sicherheitsbedarf da ist, gibt es natürlich viele versteckte Kosten, beginnend bei ganz kleinen Kosten, wo wir eben auch aufgedeckt haben, dass die Fahrradständer vor der Stadthalle alle abmontiert werden müssen, weil es in das Sicherheitskonzept nicht reinpasst. Also es sind viele Mehrkosten einfach dazugekommen, wo man dann erst ganz am Schluss auch dann die wahren Zahlen hoffentlich präsentiert bekommt", so Wiens-FPÖ-Chef Nepp.
Preis-Wucher bei Hotels: "Das ist immer schlecht. Das ist schlecht für die Branche. Ich finde das immer ganz fürchterlich, wenn man Events ausnützt, unter Anführungszeichen", so Winkler.