Buchtipp

MAIWALD: Glück auf allen Wegen?

29.05.2026

ESPRESSO UNTER STERNEN - das neiue Buch von Stefan Maiwald

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Wenn die Welt besonders krisengebeutelt ist, tut ein bisschen Eskapismus gut. Eine kleine Flucht in glückselige Sphären gelingt gut mit Büchern. Denn jedes Buch bietet ein anderes Thema, lockt uns, in eine besondere Welt einzutauchen.

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Gibt es universelle Glücksgesetze?

Einmal mehr auf Platz eins unserer Sachbuchcharts findet sich diese Woche Espresso unter Sternen von Stefan Maiwald. Der Autor ist ein guter Bekannter von jenen Lesenden unter uns, die Italianità im Leben ersehnen. Maiwald, der in Grado arbeitet und sein Leben genießt, schreibt seit vielen Jahren über seinen Alltag dort, die Menschen, die ihn umgeben, und die Atmosphäre, die er so liebt. Nun aber hat er sich auf eine besondere Reise begeben. Wie der Untertitel seines Buches besagt, ist es eine Reise in Sachen Glück. Ist er denn dort, wo er lebt, nicht glücklich? Das Gegenteil ist der Fall.

Wie Maiwald im oe24-Buchtalk erklärt, war seine Motivation, herauszufinden, ob ihm sein Glück auch woanders begegnet. „Um die Sache mal ganz groß zu machen: Gibt es so etwas wie universelle Glücksgesetze?“, hat sich der Autor gefragt und sich auf die Suche gemacht. Maiwald hat sich von Grado nach Triest begeben – geografisch kein unmögliches Unterfangen und trotzdem sind es andere Welten. Dort treibt es ihn wieder ins Kaffeehaus, dort findet er Abstand zu seinen Gedanken und auch neue Wege, wie er im Gespräch erklärt. Als Lesende begleiten wir den Autor, wenn er uns die Kunst des Flanierens näherbringt, Schwiegervater Bepis Geschichten oder das Leben als Tanz und nicht als Reise. Herausgekommen ist ein Buch, das angenehmerweise im Moment verweilt und keine Anleitung sein will. Es bietet Augenblicke, Beobachtungen und keine Lehrstücke oder gar strenge Regeln.

Maiwald im oe24-Buchtalk

oe24: Ihr neues Buch trägt den Titel „Espresso unter Sternen“ – und Sie schreiben in der Danksagung, dass Sie dafür die Komfortzone verlassen mussten. Wieso?
Maiwald: Vor allem trieb mich ein Forschungsinteresse an. Sind die Prinzipien des Glücks, die ich in meiner Heimat Grado gelernt habe, universell anwendbar, oder habe ich einfach nur Schwein gehabt? Funktionieren sie nur in einem beschaulichen Fischerort, oder gelten sie auch in einer italienischen Großstadt, in der ich kaum jemanden kenne? Um die Sache mal ganz groß zu machen: Gibt es so etwas wie universelle Glücksgesetze?

oe24: Sie schreiben, dass Sie keinen Glücksratgeber verfassen wollten. Und doch spürt sich das Buch mehr wie ein Ratgeber, oder sagen wir Impuls zum Leben im Jetzt an, als Ihre anderen Bücher. Wieso fällt es uns so schwer, im Moment zu leben, ihn zu genießen?
Maiwald: Genau: ein Glücksratgeber soll dieses Buch nicht sein. Aber mal genau hinzuschauen, wie das gute Leben geht – das war schon der Sinn der Reise. Ich bin kein Hirnforscher oder Psychologe, aber nach mehr als zwanzig Jahren in Italien habe ich mehr Glückskilometer auf dem Tacho als die vermeintlichen Experten. Funktioniert die italianità, dieser so einfache wie schwer zu fassende Begriff des guten, gemeinsam genossenen Lebens, ob bei einem Pfützchen Espresso oder einem gewaltigen Topf Pasta in der Tischmitte, auch anderswo, gar in der Fremde? Und was das Leben im Moment angeht: Wir im Norden sind darauf konditioniert, weit im Voraus zu planen. „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“: Das ist ja eine beliebte Frage in Bewerbungsgesprächen. Viel wichtiger ist doch die Frage, was es heute zum Abendessen gibt! Diese Unbeschwertheit sollten wir uns von den Italienern abschauen. Die guten Ergebnisse kommen von allein. Für mich als Schriftsteller heißt es: nicht auf die Bestsellerliste schielen. Sondern auf den nächsten Satz.

oe24: Was haben Ihre Frau und Töchter gesagt, dass Sie „auf Wanderschaft“ gegangen sind und sie im Alltag bleiben mussten?
Maiwald: Meine Töchter sind zum Studium in Mailand und Padua, und meine Frau kennt es nicht anders, weil ich ja oft für meine Bücher unterwegs bin. Sie hatte daher zum Glück Verständnis für meine Expedition. Klar, dass ich in den Wochen nach meiner Rückkehr jeden Abend gekocht habe – aber das mache ich ja gern.

oe24: Auf welche neuen Projekte können sich Fans freuen?
Maiwald: Ich habe in Triest dank meiner Anderszeit gelernt, was ich wirklich machen will. Und deswegen kommt das nächste Buch nicht schon im Herbst, sondern erst im April des nächsten Jahres. Versprochen: Das wird eine absolute Überraschung. Viel Maiwald, viel Italien, aber doch ganz anders.

"Espresso unter Sternen" von Stefan Maiwald ist im Goldegg Verlag erschienen.
  

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