Neuer Roman

Steffi und die Wiener Hautevolee

01.02.2026

In Opernball schildert sie ihre Eindrücke

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© Ingo Pertramer
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Bestseller-Autorin und Satirikerin Stefanie Sargnagel hat ein neues Buch verfasst. Das letzte, Iowa, war ein großer Erfolg. Darin beschrieb Sargnagel ihre Zeit an einer Uni im titelgebenden US-Bundesstaat und gewährt anhand vieler Ausflüge (zumeist mit Musikerin Christiane Rösinger, die sie begleitet hat) spezielle Einblicke in die amerikanische (Un-)Kultur.

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Sargnagel walzert als Oligarchenwitwe

Lokalaugenschein. In ihrem neuen Wurf, Opernball, dreht sich wieder alles um (Un-)Kultur. Sargnagel hat sich bereitwillig in Schale geschmissen, um wie eine „dramatische Matrone, eine Oligarchenwitwe, die Nichte eines Ölmillionärs, die Schwester eines Kriegsverbrechers auf einer serbischen Hochzeit“ beim Opernball anzutanzen. Zeigt sie uns Grandezza, Glam, Glitzer? Ja – um subtil hinter die Fassade zu blicken, hinter der dann – eh klar – alles anders ist.
Sargnagel nimmt die Welt der Reichen, Schönen und Wirtschaftsbosse ordentlich auseinander, und wie sie es macht – mal fein, mal derb, mal mit genauem Blick – bereitet viel Vergnügen beim Lesen.

Vergangen

Vor zwei Jahren besuchte Sargnagel den Ball der Bälle, und anhand der auftretenden Personen – darunter Richard Lugner, Kanzler Nehammer – spüren wir, wie viel Zeit seitdem vergangen ist. Anhand anderer Szenen wiederum wird deutlich, dass sich manches in gewissen Kreisen niemals ändern wird.
Sargnagel wandelt in Opernball zwischen satirisch überhöhter Dichtung und scharf umrissener Wahrheit. Besonders, wenn sie sich auf zweiterer Ebene bewegt, ist der Text stark. Sargnagel ist einfach eine besondere Beobachterin, die aus Milieustudien die Essenz herauskratzen kann. Auf sozialen Kanälen sinniert die Autorin derzeit noch, ob sie ein neues Themengebiet literarisch anreißen soll: ihr eben erst begonnenes Leben als Mama. 

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