Im Visier der Justiz

Giori: Aufregung um Fionas Mama

07.02.2012

Sie soll Karl-Heinz Grasser 500.000 Euro gegeben haben.
 

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© Toppress
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Sie ist derzeit als "Grassers Schwiegermama“ in allen Zeitungen und Magazinen – obwohl sie Medienberichte generell hasst wie die Pest. Sobald sie Journalisten und Fotografen sieht, ergreift Marina Giori-Lhota in der Regel die Flucht – Fotos gibt es von ihr nur ganz wenige, Homestorys gar keine, man weiß über die öffentlichkeitsscheue Mutter von Fiona so wenig, dass es bisher nicht einmal für einen Eintrag im Internet-Lexikon Wikipedia reichte.

Die Schwiegermama
Dabei ist Marina Giori-Lhota nicht nur eine der reichsten und einflussreichsten, sondern auch eine der attraktivsten und schillerndsten Frauen im Land. Sie sieht mit 67 aus, als wäre sie gerade 50 geworden (ein Internet-Poster schrieb unter ein Foto von ihr mit Fiona: "Wer ist da die um 20 Jahre Jüngere?“).

Sie hat unglaublichen Mode-Geschmack und ist legendär für den jeweils schönsten Schmuck des Abends (eine Mode-Journalistin: "Gäbe es die Wahl der elegantesten Österreicherin, sie wäre die Nummer 1“).

Und sie ist eine der reichsten Frauen im Land. Offiziell ist sie mit 13 Prozent Anteil an Swarovski die zweitgrößte Eigentümerin dieses legendären Familienbetriebs – und allein aus ihrem Swarovski-Anteil 300 Millionen Euro schwer. Insgesamt wird ihr Vermögen auf bis zu 800 Millionen taxiert. Sie besitzt eine Traumvilla auf Sardinien. Sie hat ein Traumhaus in der Schweiz, wo sie lebt und offiziell (wenig) Steuern zahlt.

Und sie hat aus dem 300 Jahre alten "Moserhof“ in Ober-Aurach bei Kitzbühel den wahrscheinlich schönsten Landsitz des Nobel-Skiortes gemacht – und ist deshalb in der Kitz-Society so etwas wie der Superstar. Bereits dreimal verheiratet (zuerst mit dem italienischen Gelddrucker Gualtero Giori, dann mit dem Unternehmer Philipp Winter, dem Vater von Fiona), lebt sie heute in dritter Ehe mit dem deutschen Wirtschafts-Tycoon Adalbert Lhota, einem blendend aussehenden Parade-Gentleman, der heute als wichtigster Berater im Hintergrund in ihrem Sinn die Geschäfte von Swarovski mitsteuert.

Wirklich bekannt geworden ist die Urenkelin des legendären Firmengründers Daniel Swarovski und Schwester des Swarovski-Masterminds Gernot Langes aber als "Mama“ der legend??ren Fiona. Mit ihrer Tochter ist sie ein Herz und eine Seele, die beiden treten in Kitz auf wie beste Freundinnen, machen fast alle Urlaube gemeinsam und wennFiona von ihrer "Maaaammmmmaaaaa“ spricht, dann geht ihr Herz über.

Der 500.000-Euro-Skandal
Umso dramatischer ist es für Madame Giori, dass sie nun zur Schlüsselfigur im Krimi um ihren Schwiegersohn Karl-Heinz Grasser geworden ist.

Mit aller Härte sucht Österreichs Justiz nämlich den Ursprung von 500.000 Euro, die 2005 wie aus dem Nichts auf einem Konto von Grassers Treuhand-Firma „Ferint“ aufgetaucht sind, dann in einem dubiosen Deal als Insider-Geschäft in Hypo-Anleihen angelegt wurden und die sich beim Hypo-Verkauf flugs zu 725.000 Euro vermehrt haben.

Die Justiz glaubt, dass die 500.000 Euro, die Grasser zu 725.000 Euro machte, aus den umstrittenen Buwog-Provisionen stammen, die Grassers Trauzeuge Meischberger dafür bekam, dass er dank eines „Insiders“ der Immofinanz den nur dem Finanzminister bekannten geheimen Verkaufspreis der Buwog-Privatisierung nennen konnte.

Grasser konterte den Vorwurf der Justiz, die 500.000 Euro seien sein Anteil an dem Provisionsgeschäft, mit der Story: Er habe das Geld 2005 in bar von Fionas Mutter erhalten, es im Kuvert nach Österreich gefahren und es ihr zurückerstattet.

Seither startet die Justiz eine Jagd auf die Schwiegermama: In ihrer Kitz-Villa fand eine Razzia statt, gegen sie selbst ermittelt die Finanz. Zuletzt schrieben die Steuerberater an die Finanz, um Frau Giori eine Steuerstrafe zu ersparen: Sie habe mit den 500.000 Euro nichts zu tun. Die Grasser-Jagdgesellschaft jubelt: Jetzt ist KHG fällig, die eigene Schwiegermama lässt ihn fallen und belastet ihn.

Giori spricht
Bei einem Abendessen mit ÖSTERREICH-Redakteuren in Kitzbühel sprach die öffentlichkeitsscheue Grasser-Schwiegermama erstmals über die Causa: Die Hausdurchsuchung in Kitz ist in ihren Augen "ein Justiz-Skandal“. Giori: "Man will mich fertigmachen, hat das Haus in meiner Abwesenheit durchwühlt, aber rein gar nichts gefunden. Es gibt auch nichts zu finden.“

Die Mama weiter: "Karl-Heinz tut mir unendlich leid. Er ist ein so begabter Mann, so ein lieber Kerl. Diese ganze Verfolgung setzt ihm unendlich zu. Er kann in Wahrheit kaum noch schlafen, er hat kaum Möglichkeit, Business zu machen. Sein ganzes Leben dreht sich nur noch um diesen blöden Prozess. Auch Fiona leidet unendlich – sie ist so tapfer!“

„Ich stehe hinter Karl-Heinz und Fiona, ich bestätige seine Version, werde aber zur Justiz nichts sagen, weil das mein Recht ist. Die Justiz wird sich an mir die Zähne ausbeißen...“

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