Schauspiel-Legende
Otto Schenks (†94) Erbe um 1,75 Millionen Euro versteigert
27.02.2026Es wurden rund 400 Objekte verkauft und die Startpreise wurden teilweise um das 5,5-fache übertroffen.
Das Interesse war überwältigend, das Ergebnis ein eindrucksvoller Beleg für die ungebrochene Popularität einer Wiener Legende: Die Versteigerung des Nachlasses von Otto Schenk am Donnerstagnachmittag erwies sich als wahrer Triumph. Insgesamt erlöste die Auktion mehr als 1,75 Millionen Euro. Mitbietende aus insgesamt 27 Ländern – von Europa über Japan bis hin nach Australien – wetteiferten um die rund 400 angebotenen Exponate aus dem Besitz des Anfang 2025 verstorbenen Schauspielers und Regisseurs.
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Ein weißer Handschuh: Hundertprozentige Verkaufsquote
Der Erfolg der Auktion lässt sich nicht nur in der Gesamtsumme, sondern vor allem in der Begeisterung der Sammler ablesen. Jedes einzelne der rund 400 Objekte fand einen neuen Besitzer. „Die Verkaufsquote lag bei 100 Prozent. Zum Teil kam es zu exorbitanten Ansteigerungen“, hieß es seitens der Experten nach Abschluss der Online-Auktion, bei der insgesamt rund 5.000 Gebote abgegeben wurden. Im Durchschnitt konnten die Startpreise um das 5,5-fache übertroffen werden.
Das Sortiment spiegelte die vielfältigen Leidenschaften des im Alter von 94 Jahren verstorbenen Künstlers wider. Es umfasste:
- Bedeutende Gemälde und Grafiken
- Kostbare Arbeiten der Wiener Werkstätte
- Eine erlesene Sammlung französischen und böhmischen Jugendstilglases
- Möbel sowie höchst persönliche Erinnerungsstücke
Sensationelle Preissprünge bei Schiele und Hoffmann
Besonders bei den Spitzenlosen der Auktion kam es zu packenden Bietergefechten. Die Arbeit „Steinach am Brenner“ von Egon Schiele avancierte zum Star des Nachmittags: Bei einem Rufpreis von 8.000 Euro kletterte das Gebot letztlich auf beeindruckende 200.000 Euro.
Auch Koloman Mosers Ölbild „Dents du Midi“ wechselte für 156.000 Euro (Startpreis: 100.000 Euro) den Besitzer. Ein bemerkenswertes Ergebnis erzielte zudem ein Spiegel von Josef Hoffmann, der von 800 Euro Startpreis auf 41.600 Euro gesteigert wurde.
Ein Stück Theatergeschichte für das eigene Heim
Neben der hohen Kunst stießen auch Einrichtungsgegenstände aus Schenks privatem Umfeld auf enorme Resonanz. Eine Biedermeier-Sitzbank mit charakteristischem Schwanendekor, die einst in der Bibliothek des großen Theatermannes stand, wurde für 16.900 Euro zugeschlagen – das Zwanzigfache des ursprünglichen Startpreises von 800 Euro.
Dieser Nachmittag markiert somit nicht nur einen wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch eine letzte, internationale Verbeugung vor dem Lebenswerk und dem persönlichen Geschmack von Otto Schenk.