Hygiene-Untersuchung

Die Küche ist der Keim-Hotspot

28.06.2011

Im Küchenschwamm und am Wasserhahn lauern die meisten Keime.

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EHEC/HUS-Bakterien sind nur ein kleiner Teil dessen, was sich an "bakteriellen Unfällen" abspielt. Während solche Ausbrüche in westlichen Industriestaaten relativ selten sind, geraten die Menschen im Alltag das ganze Jahr über in erhebliche Gefahr. In Österreich in acht Wohnungen an jeweils zehn Stellen durchgeführte Untersuchungen zeigten: Der Infektions-Hotspot ist die Küche . Dies erklärte der Wiener Infektiologe Christoph Wenisch (SMZ-Süd).

Eklig! Wie oft putzen Sie Ihren Kühlschrank?

Ekliger Küchenschwamm
"Sauberkeit ist ein subjektiver Befund. Die Untersuchung hat gezeigt, dass sich Bakterien an Stellen finden, die nach außen hin sauber erscheinen", sagte Wenisch. Gefahndet wurde nach Keimen in den Wohnungen von acht Familien mit einem unter zehn Jahr alten Kind an zehn Stellen: Küchenschwamm/Wischtuch, Küchen-Wasserhahn, Küchen-Schneidbrett, Kühlschrankfach und Kühlschranktürgriff, Küchen-Lichtschalter, Toiletten-Spülknopf, Toilettensitz, Badezimmer-Türschnalle und Badezimmer-Armaturen. Die Tests auf Keim-bzw. Keimkoloniezahl bezogen sich auf aerobe Bakterien, Enterobakterien, E. coli, Pseudomonas und Staphylococcus aureus. Enterobakterien und E. coli sind die klassischen mit Fäkalien "transportierten" Keime, St. aureus ist ein potenziell gefährlicher Hautkeim.

Wenisch über die Ergebnisse: "Alle Küchenwischtücher waren schwer belastet. Die sind feucht, da wachsen die Keime besonders gut. Auch frische Wischtücher bzw. Schwämme sind fast sofort besiedelt." Trockenen hilft da auch nichts. Der Experte: "Wenn man sich dessen bewusst ist, dass die Wischtücher belastet sind, wäscht man sich eben öfter die Hände."

Auch Wasserhähne belastet

An zweiter Stelle rangierten die Küchen-Wasserhähne, die in 87,5 Prozent der Fälle nicht ausreichend gereinigt waren (37,5 Prozent schwer verunreinigt). Auch je 37,5 Prozent der Badezimmer-Armaturen und Badezimmer-Türschnallen waren mit Keimen belastet. Türschnallen und auch die Griffe von Kühlschranktüren weisen häufig den Hautkeim Staphylococcus aureus auf.

Händewaschen!

Wenisch: "Wo wir relativ wenig gefunden haben, das waren die Stellen in den Toiletten." Auch die untersuchten Plastik-Schneidbretter in der Küche waren relativ gering belastet. Der Tipp des Experten: "Man sollte sich selbst hygienisch verhalten. Das ist vor allem das Händewaschen nach dem Toilettenbesuch und gilt natürlich auch für Küchenarbeit. Die Seife ist aus hygienischer Sicht obsolet." Wesentlich besser wären Waschlösungen mit antibakteriellen Zusätzen. Die Hotspots sollten darüber hinaus mit entsprechenden Mitteln desinfiziert werden.

Die Studie wurde vom Hygiene Council, einer Vereinigung internationaler Experten zur Hebung der Alltagshygiene durchgeführt. Gesponsert wurde sie vom Haushaltsreiniger-Hersteller Reckitt Benckiser.

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