Filmreife Karriere?
Der Kinohit als Job-Guide: Was wir von Miranda Priestly (nicht) lernen sollten
25.04.2026Nach 20 Jahren führt Miranda Priestly alias Meryl Streep wieder das Regiment in ihrer Redaktion. Was wir von „Der Teufel trägt Prada“ für das echte Berufsleben lernen können.
Mit der Premiere von „Der Teufel trägt Prada 2“ kehrt wohl einer der prägendsten Karrierefilme der Popkultur zurück – und mit ihm eine Geschichte, die weit über Mode hinausgeht. Der Kultfilm ist längst mehr als ein unterhaltsamer Blick hinter die Kulissen eines Hochglanzmagazins – er kann auch als moderne Parabel über Ehrgeiz, Anpassung, Macht und Selbstfindung im Berufsleben herangezogen werden.
Zwischen Spaß im Kino und Fehlern in der Realität
Zwischen überzogenen Erwartungen der Chefredakteurin Miranda Priestly, grandios verkörpert von Meryl Streep, und den Bemühungen ihrer Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway), sich im neuen Job zu beweisen, hinterfragt diese am Ende des ersten Teils ihre eigenen Werte sowie den Führungsstil ihrer knallharten Chefin. Vergangene Woche feierte der seit 20 Jahren (!) ersehnte zweite Teil der Story Weltpremiere in New York. Die Looks der Film-Stars gaben einen Vorgeschmack auf das Movie, von dem man zweifelsfrei viel in Sachen Mode lernen kann. Doch auch in Sachen Karriere sagt die Komödie, die sich an der wahren Geschichte von „Vogue“-Chefin Anna Wintour“ orientiert, so manches aus. Was wir von „Der Teufel trägt Prada“ vielleicht lernen können, erfahren Sie hier.
Von Miranda Priestly lernen... oder lieber nicht?
Kaum ein Film zeigt deutlicher, wie Macht isoliert und ein harter Führungsstil Distanz schaffen kann. Was man von Miranda lernen kann: Souveränität, Know-how und die eigenen Standards klar zu kommunizieren, schafft Respekt und Orientierung im Team. Emotionale Kälte und Empathielosigkeit zerstören jedoch die Loyalität. Angst blockiert und mindert damit auch die Leistung des Teams. Respekt statt Einschüchterung sollte das Motto lauten.
Verbündete oder Konkurrenz
Wie geht man richtig mit (neuen) Kolleg:innen um? „Der Teufel trägt Prada“ zeigt beides: subtilen, knallharten Wettbewerb, aber auch stille Solidarität. Fakt ist in der Realität: Kolleg:innen sind der Schlüssel zum Erfolg. Informelle Netzwerke entscheiden über Chancen, zudem macht gute Zusammenarbeit an dem Ort, an dem wir die meiste Zeit verbringen, Spaß. Tipp: Strategische, aber ehrliche Kooperation bringt einen weiter. Andere gerne zu unterstützen, macht sich in den allermeisten Fällen bezahlt.
Respekt in beide Richtungen
Führung ist keine Einbahnstrasse! Miranda Priestlys Stil zeigt, wie Respekt auch schnell verloren gehen kann. Dieser zeigt sich vor allem auch im Ton, nicht nur im Inhalt. Wichtig für Mitarbeiter:innen: Kritik annehmen, ohne sofort emotional oder defensiv zu werden. Führungskräfte sollten ihr Feedback klar, aber stets würdevoll formulieren. Und: Nicht nur Fehler sehen und ansprechen, sondern auch Leistung anerkennen. That‘s all!
Hinfallen und wieder aufstehen
Schlechte Tage gehören dazu! Sowohl für Führungskräfte (ja, sogar für Miranda Priestly) als auch Mitarbeiter:innen läuft es nicht immer glatt. Das Motto lautet für alle: Frust am Team im (Miranda-Style) auszulassen, ist der völlig falsche Weg. Tipp: Emotionen kurz regulieren, bevor man handelt oder etwas aus einem „heraussprudelt“. Gerne auch Transparenz – ganz ohne Drama – zeigen („Heute ist ein harter Tag“). Stärke zeigt sich nicht im Unterdrücken oder Überzeichnen von Emotionen, sondern im kontrollierten Umgang damit.
Multitasking ist (nicht) alles
... vor allem in der „Andy Sachs“-Phase. Wer neu im Job ist, muss sich beweisen – und niemand zeigte das besser (und lustiger) als Anne Hathaway als Andy Sachs im ersten Teil von „Der Teufel trägt Prada“. Was im echten Berufsleben zählt: Prioritäten erkennen statt alles gleichzeitig perfekt machen zu wollen. Fragen zu stellen, zeugt von Interesse und ist damit auch eine Stärke. Lieber schnell sein im Lernen, als in der Schnelligkeit Fehler zu machen. Multitasking ist also oft ein Mythos – Fokus ist eine Superkraft.
Karriere vs. Privatleben
Die richtige Mischung macht‘s! Andy Sachs gibt alles – und wie bei vielen Karrierefrauen zieht deshalb plötzlich ihr Liebesleben den Kürzeren. Klar, Erfolg fordert in gewissen Phasen intensiven Einsatz – dauerhafte Selbstaufgabe führt jedoch ins Leere! Deshalb definieren Menschen, die im Berufs- wie auch im Privatleben glücklich sind, ganz bewusst: Wann hat der Job Priorität? Wann aber darf bzw. soll man das Leben außerhalb des Berufs in den Vordergrund rücken? Sonst geht vielleicht beides schief.