Mette-Marit bangt

Epstein-Affäre und Marius-Skandal: Zerbricht jetzt das norwegische Königshaus?

22.02.2026

Ihrem Sohn Marius Borg Høiby droht eine Gefängnisstrafe, jetzt gerät die schwer kranke Kronprinzessin Mette-Marit selbst ins Kreuzfeuer eines Skandals. Bringt sie die Epstein-Affäre um die Krone und ihre Ehe mit Kronprinz Haakon?

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Oslo wirkt in diesen Wochen wie eingefroren – nicht nur meteorologisch. Über Kronprinzessin Mette-Marit (52) zieht ein doppelter Sturm auf, der das gesamte norwegische Königshaus ins Mark trifft. Auf der einen Seite neu freigegebene Unterlagen aus dem Umfeld des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Auf der anderen der Strafprozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby (29). Zwei Krisen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch gemeinsam an der empfindlichsten Stelle einer Monarchie rühren: dem Vertrauen.

Epstein-Affäre

© Getty Images

Die Epstein-Dokumente belegen vielleicht keinen Straftatbestand. Doch sie zeichnen das Bild eines intensiveren Kontakts zwischen 2011 und 2014, als bislang bekannt war. Von zahlreichen E-Mails ist die Rede, von einem persönlichen Ton, sogar von einem Aufenthalt 2013 in Epsteins Anwesen in Palm Beach. Juristisch bedeutet das nichts – politisch jedoch viel. Denn für eine künftige Königin zählt nicht nur Recht, sondern Urteilskraft. Mette-Marit reagierte ungewöhnlich offen: Sie sprach von „schlechtem Urteilsvermögen“ und nannte den Kontakt beschämend. Eine royale Selbstkritik, die die Schwere der Lage zeigt.

Der Prozess

Währenddessen läuft in Oslo ein Verfahren, das existenzieller wirkt. Gegen Marius Borg Høiby (29), Mette-Marits Sohn aus einer Beziehung bevor sie Kronprinz Haakon (heute 52) kennenlernte, stehen 38 Anklagepunkte im Raum, darunter schwere Sexual-, Gewalt- und Drogendelikte.

Er bestreitet die gravierendsten Vorwürfe. Teile der Verhandlung finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Doch viele unfassbare Details der Anschuldigungen dringen aus dem Gerichtssaal. Marius ist zwar kein offizielles Mitglied des Königshauses und damit nicht thronfolgeberechtigt – doch als Sohn der künftigen Königin ist er untrennbar mit der Monarchie verbunden.

Norwegen unter Schock 

© Getty Images

Für Haakon ist all das nicht nur als Ehemann und Stiefvater, sondern vor allem auch als Thronfolger von König Harald V. eine enorme Herausforderung. Bis dato ist seine Botschaft klar: „Wenn so viel gleichzeitig passiert wie gerade in unserer Familie, dann versuche ich, richtig zu priorisieren“, so der Kronprinz in einem Interview. „Das Wichtigste für mich war in den letzten Tagen, mich um meine Familie zu kümmern.“ Schließlich sind da auch noch ihre gemeinsamen Kinder Sverre Magnus (20) und Ingrid Alexandra (22), die sich von ihrem Halbbruder zweifelsohne einfach distanzieren können, von ihrer Mutter, die mit Sexualstraftäter Epstein enge Kontakte zu pflegen schien, jedoch weniger.

Und dann ist da freilich noch Mette-Marits Lungenerkrankung und die anstehende Transplantation. Ja, es ist ein rauer Wind, der um das norwegische Königshaus bläst. Noch steht die Krone, doch ihr Glanz wirkt matter als je zuvor. 

Weitere Artikel