Lust auf Sex

Darum ist der April der unerotischste Monat des Jahres

21.04.2026

Eine neue Datenanalyse von Erotik.com zeigt: Unsere Lust ist erstaunlich wetterfühlig. Und zwar viel mehr, als man denken würde. 

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Während wir bei Sonnenschein eher an Eis am Stiel und Badesee denken, läuft im Hintergrund offenbar ein ganz anderes Programm: die Libido folgt nicht nur dem Kalender, sondern auch dem Thermometer – und das hat überraschende Konsequenzen.

Eine aktuelle Datenanalyse der Erotikplattform Erotik.com wirft einen ziemlich intimen Blick auf das (digitale) Liebesleben und zeigt: Je schlechter das Wetter, desto besser die Stimmung… zumindest online. Über ein ganzes Jahr hinweg wurden Nutzungsdaten mit Wetterverläufen abgeglichen – mit einem klaren Ergebnis: Lust verschwindet nicht, sie passt sich an. Und sie folgt dabei erstaunlich konsequent bestimmten Mustern. 

© Getty Images

Sonntag = Höhepunkt der Woche

Der stärkste Einflussfaktor ist allerdings nicht das Wetter, sondern der Wochentag. Der Sonntag erweist sich als klarer Spitzenreiter: Die Nutzung diverser Erotik-Plattformen liegt um 53 Prozent höher als an einem durchschnittlichen Werktag. Offenbar sorgt die Mischung aus freier Zeit, weniger Verpflichtungen und einer gewissen Wochenendruhe dafür, dass digitale Angebote verstärkt genutzt werden.

Am anderen Ende steht der Dienstag – jener Tag, an dem die Aktivität on- und offline ihren Tiefpunkt erreicht.

Kälte treibt die Aktivität nach oben

Beim Wetter zeigt sich ein eindeutiger Zusammenhang: Sinkende Temperaturen gehen mit steigender Nutzung einher. Besonders frostige Tage sorgen für Spitzenwerte, während Hitze über 25 Grad die sexuelle Aktivität deutlich dämpft.

Auch im Jahresverlauf spiegelt sich dieses Muster wider. Der Dezember markiert den Höhepunkt – geprägt von kurzen Tagen, niedrigen Temperaturen und viel Zeit in den eigenen vier Wänden. Der April hingegen bildet das Schlusslicht und fällt als schwächster Monat für (Online-)Sex auf.

Schneefall als Ausreißer

Unter den verschiedenen Wetterlagen sticht ein Faktor besonders hervor: Schnee. Während Regen, Wind oder Bewölkung nur moderate Effekte zeigen, führt Schneefall zu einem signifikanten Anstieg der Lust.

Im Gegensatz dazu wirkt Sonnenschein wie ein Gegenpol. An hellen, warmen Tagen sinkt die Online-Nutzung deutlich – ein Hinweis darauf, dass sich das Bedürfnis nach Nähe und Interaktion stärker in den realen Raum verlagert.

Psychologische Einordnung

Aus psychologischer Sicht ist dieses Muster nachvollziehbar. Bei ungünstigem Wetter verbringen Menschen mehr Zeit zu Hause, soziale Kontakte nehmen ab, und schnell verfügbare Formen der Belohnung gewinnen an Bedeutung. Digitale Inhalte bieten hier eine niedrigschwellige Möglichkeit, Bedürfnisse auszuleben.

Mit steigenden Temperaturen kehrt sich dieser Effekt um: Aktivitäten im Freien, Begegnungen und soziale Interaktionen nehmen zu – und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Lust im realen Leben ausdrückt.

Weitere Artikel