Lustlosigkeit etc.

Volkskrankheit Depression

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16 bis 20 von 100 Personen entwickeln im Lauf ihres Lebens eine Depression. Bei Frauen wird die Diagnose zwei- bis dreimal häufiger
gestellt als bei Männern.
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Lustlosigkeit, innere Erschöpfung, Verzagtheit und Müdigkeit kennt wohl jeder. Oft sind diese Symptome Begleiterscheinungen von Belastung, Stress oder traurigen Ereignissen. Hellt sich die Stimmung allerdings mit der Zeit nicht auf, kann die Ursache in einer ernst zu nehmenden Erkrankung liegen: Depression.
Am Vormarsch. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung erkranken im Lauf ihres Lebens an einer Depression, nur etwa 60 Prozent von ihnen befinden sich in hausärztlicher Behandlung. Dort erschweren verschiedene körperliche Begleiterscheinungen oft eine genaue Diagnose. Das führt dazu, dass nur bei etwa einem Drittel dieser Patienten tatsächlich eine vorhandene Depression erkannt wird, letztlich erhalten nur maximal zehn Prozent der Betroffenen eine Behandlung. Erschreckend ist das vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Depression die häufigste Ursache für Suizid ist. Mit zunehmender Sensibilisierung und Enttabuisierung der Krankheit könnte vielen Menschen dieser letzte Ausweg erspart bleiben.

Ursachen.
Eine Depression lässt sich nicht auf einzelne Ursachen zurückführen. Sie entsteht, wenn der Stoffwechsel im Gehirn aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann beispielsweise als Folge einer körperlichen Erkrankung vorkommen, wie etwa bei einer Schilddrüsenunterfunktion oder bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Auch äußere Faktoren können dazu beitragen, dass depressive Verstimmungen auftreten. Gerade wenn im Herbst und im Winter die Tage wieder kürzer werden und das Sonnenlicht fehlt, macht sich das in der Gemütslage vieler Menschen bemerkbar. Mittlerweile gehen Experten außerdem davon aus, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. Weil die Krankheit familiär gehäuft auftritt, nimmt man an, dass sie teilweise auch vererbt werden kann. Nicht zuletzt haben auch gesellschaftliche Umstände, Persönlichkeitsfaktoren und Lebensereignisse einen großen Einfluss. Grundsätzlich ist aber niemand davor gefeit, selbst internationale Stars, denen es an nichts zu mangeln scheint. „Ich habe eine chronische Traurigkeit, die immer wiederkommt. Der Tiefpunkt war, als ich überwältigt war von Traurigkeit und ich wusste nicht warum, denn ich hatte all diese tollen Dinge um mich herum“, bekannte zum Beispiel Pop-Superstar Lady Gaga.
Frauenleiden? Obwohl die Diagnose weit mehr Frauen trifft als Männer, heißt das nicht, dass das angeblich stärkere Geschlecht nicht auch erkrankt. Bei ihm ist nur die Diagnose schwieriger, weil es seltener einen Arzt aufsuchen und ungern zugibt, dass mit seiner Gefühlswelt etwas nicht in Ordnung ist. Es tendiert dazu, Symptome wie Lustlosigkeit, Schlafstörungen und Stimmungstiefs auf beruflichen Stress zurückzuführen.