Starke Frauen outen sich!

'Wir haben den Brustkrebs besiegt'

© RTL

Von Drescher bis Van der Vaart – wie prominente Outings Betroffenen Mut machen. Plus: So wird Pink Ribbon 2010!

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Da sitzt du morgens vor dem Spiegel, guckst in dein Gesicht, das du nicht kennst, und versuchst irgendwie, es einigermaßen zu retten und wiederherzustellen.“ Die ehrlichen Worte von Sylvie van der Vaart, die am letzten Dienstag ihren 30. Geburtstag feierte, treiben nicht nur ihren treuesten Fans Tränen der Berührung in die Augen. Offen wie nie zuvor sprach die glamouröse TV-Ikone („Das Supertalent“) kürzlich über die schlimmste Zeit ihres Lebens – ihr Leben nach der Diagnose Brustkrebs. Ein Leben zwischen Angst und Hoffnung, Kampf und ernüchternden Tiefschlägen. Wie jenen, den die Ehefrau des berühmten Fußballers Rafael van der Vaart (27) sechs Wochen nach Beginn der Chemotherapie einstecken musste: Die hübsche Blondine verlor all ihre Kopfhaare, und schließlich auch ihre Augenbrauen und Wimpern. Monatelang tat die Mutter des kleinen Damian (3) alles, um in der Öffentlichkeit auszusehen, wie immer: „Schön und gesund!“ Ständig trug sie in der Öffentlichkeit eine Langhaarperücke. Jetzt zog das ehemalige Model einen Schlussstrich – und setzte nach ihrem ehrlichen Outing über ihre Brustkrebserkrankung im letzten Jahr ein weiteres großartiges Statement für alle von der Krankheit Betroffenen: Erstmals zeigte sich Sylvie van der Vaart vor zwei Wochen privat ohne Perücke (MADONNA berichtete) – letzte Woche stand sie für ein Traum-Fotoshooting und die RTL-Tanzshow Let’s Dance vor der Kamera, mit Kurzhaarfrisur. „Ich hätte auch weiter mit Perücke herumlaufen und mir irgendwelche Haarverlängerungen machen lassen können“, erklärt Van der Vaart im Interview mit dem deutschen Magazin Bunte. „Aber das wäre eine Lüge gewesen. Ich sehe nun mal jetzt so aus.“ Tränen der Erleichterung weinte der inzwischen vom Brustkrebs geheilte Star nach dem fulminanten Tanz bei der Fernsehshow – tosender Applaus und Reaktionen Hunderter betroffenere Frauen bestätigten Sylivie van der Vaart in ihrer Entscheidung, zu ihrer Erkrankung zu stehen. Und damit anderen Mut zu machen.

Sylvie van der Vaart ohne Perrücke © RTL

„Ihr seid nicht allein“, ist jene Botschaft, die auch die Hollywood-Stars Olivia Newton-John (61, Grease) und Fran Drescher (52, Die Nanny) mit ihren öffentlichen Bekenntnissen zu ihrer Krebserkrankung in die Welt hinaus schicken möchten. Drescher etwa reiste letzte Woche extra nach Wien, um Dancer against Cancer zu besuchen. „Ich möchte alles tun, um Frauen aufmerksam zu machen, dass Krebs uns alle angeht“, erklärt die Schauspielerin, die selbst an Gebärmutterkrebs und einem Tumor in der Brust litt, im MADONNA-Interview. „Wir müssen viel mehr auf unseren Körper achten und auf ihn hören“, so Drescher, die deshalb die Organisation Cancer Schmancer Movement, die sich vor allem der Krebsfrüherkennung bei Frauen widmet, gründete.

Fran Drescher und Olivia Newton-John © Getty Images

Pink Ribbon Star-Aufgebot
Ebenso begeistert, wie Hollywood-Diva Olivia Newton-John, die im letzten Oktober anlässlich des Pink Ribbon-Monats Wien besuchte, zeigte sich Fran Drescher von den Pink-Ribbon-Aktivitäten in Österreich. Weshalb gleich beide Superstars die diesjährige Pink-Ribbon-Night am 30. September fix in ihren Terminkalender eingetragen haben. „Ich würde mir wünschen, dass man auch in den USA mit dem Thema Brustkrebs so offen umgehen würde“, erklärt Olivia Newton-John im MADONNA-Interview ihre Begeisterung. Die Schauspielerin und Sängerin begann vor rund 17 Jahren, nachdem sie den Brustkrebs besiegt hatte, ein völlig neues Leben. Wie viele Betroffene sagt sie heute: „Der Krebs hat mir geholfen, für jeden Tag dankbar zu sein, und mein Leben richtig zu leben.“ Dass sie nicht müde wird, als Star von Weltruhm öffentlich über eines der intimsten, schmerzvollsten Themen zu sprechen hält Newton-John beinahe „für eine Pflicht.“ Und damit steht sie keineswegs alleine da.

„Bin selbst schuld.“
Jüngst erschütterte das Coming-Out von Tennislegende Martina Navratilova (53) die Welt. Bei einer Routineuntersuchung entdeckte man im Februar Krebs in der linken Brust der Spitzensportlerin. „Als ich es erfuhr, habe ich geweint“, erzählte Navratilova jetzt. Und fügte nüchtern hinzu: „Letztlich bin ich selbst schuld, denn ich war vier Jahre lang nicht bei der Mammografie.“ Inzwischen wurde der als lesbisch geoutete Tennis-Star operiert. Ab Mai muss sich Martina Navratilova einer Bestrahlungstherapie unterziehen. Bevor sie hoffentlich bald als geheilt gilt und ein neues Leben beginnen kann. Fest steht für sie, wie auch für Van der Vaart, Drescher und Newton-John: „Vielleicht kann ich dadurch, dass ich als Prominente öffentlich über Brustkrebs spreche, ein anderes Menschenleben retten. Ich hoffe es.“

Martina Navratilova: Diagnose Brustkrebs © Getty Images

Die Pink Ribbon-Night 2010 am 30. September 2010