Sechste Zinspause

EZB belässt Leitzins bei 2,0 Prozent

19.03.2026

Die Europäische Zentralbank (EZB) greift den Leitzins nach Ausbruch des Nahostkrieges und dem damit einhergehenden Ölpreisschock vorerst nicht an. 

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Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde beließ den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,0 Prozent. Experten hatten dies im Durchschnitt erwartet. 

Über den Leitzins steuert die EZB maßgeblich ihre Geldpolitik. Es ist bereits die sechste Zinspause in Serie. Angesichts gesunkener Inflationsgefahr hatte die Zentralbank den Schlüsselsatz von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von 4 auf 2 Prozent halbiert.

"Der EZB-Rat ist bereit"

Obwohl die Teuerungsrate zuletzt noch knapp unter der Zielmarke der EZB von 2 Prozent lag, sind die Notenbanker auf der Hut: "Der EZB-Rat ist bereit, alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert", teilten die Währungshüter mit. Dabei lege man sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.

Iran-Krieg bringt Inflationssorgen

Der Ende Februar ausgebrochene Iran-Krieg hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und schürt die Angst vor einer neuen Inflationswelle. EZB-Chefin Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel betonte jüngst, dass die EZB keine neue Inflationswelle zulassen werde.

Expertinnenstimme

Lena Dräger vom IFW-Institut im norddeutschen Kiel sieht eine "zweigeteilte geldpolitische Lehre aus 2022: Die EZB sollte weder durch institutionelle Bindungen noch durch vorschnellen Aktivismus in eine Situation geraten, in der sie vor oder hinter die Kurve gerät." Die richtige Strategie sei deshalb klar. "Geduldig bleiben, aber handlungsbereit sein." Die EZB solle jetzt abwarten - und gleichzeitig unmissverständlich signalisieren, dass sie bei Anzeichen für steigende Inflationserwartungen und Zweitrundeneffekte entschlossen reagieren wird, so die Expertin.