Haferdrinks im Test

Wenig heimischer Hafer enthalten

23.05.2023

Die Bürgerinitiative oekoreich hat 16 Haferdrinks auf deren Herkunft, Preis, Hafer-Anteil sowie die Bio-Qualität hin verglichen. Die Initiative spricht sich darüber hinaus für steuerliche Gleichstellung aus.

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Unter den pflanzlichen Milchersatzprodukten führt die Hafermilch klar das Ranking an. Auch in Österreich ist ein Trend zu den Haferdrinks erkennbar. Die Auswahl zwischen unterschiedlichen Marken ist inzwischen groß, wohl auch aufgrund der deutlich höheren Marge für die Händler:innen als bei Kuhmilch. oekoreich hat sie einem Vergleichstest unterzogen.

16 Produkte wurden unter die Lupe genommen. Als Testsieger konnten sich dabei die Handelsmarken von SPAR, BILLA & HOFER durchsetzen. Sie überzeugen nicht nur mit heimischer Herkunft, sondern auch einem vergleichsweise hohen Haferanteil, niedrigeren Preisen und Bio-Qualität. Bekannte Markenprodukte wie OATLY und JOYA enttäuschten hingegen durch niedrigen Haferanteil und hohe Preise.

Zwei Drittel der Produkte enthalten keinen heimischen Hafer

Nur rund ein Drittel der Produkte wird mit Hafer aus Österreich erzeugt. Und das, obwohl Österreich bei Hafer einen Selbstversorgungsgrad von 92 Prozent erreicht. Der Haferanteil in den Drinks beträgt 6 bis 14 Prozent, im Durchschnitt sind rund 12 Prozent Hafer enthalten. Positiv hervorzuheben ist, dass mehr als die Hälfte der angebotenen Produkte in Bio-Qualität erzeugt wurden. Preislich schwanken die Drinks zwischen 1,79 und 2,99 Euro.

Dazu Sebastian Bohrn Mena von oekoreich: „Die Haferdrinks sind ein Bombengeschäft für die Produzenten und die Supermärkte. 5 Cent pro Liter kostet der verwendete Hafer, bis zu 3 Euro beträgt der Verkaufspreis. Positiv ist, dass die Händler auf heimischen Hafer setzen und Bio viel Raum geben. Besser wäre jedoch, wenn sie die Preise und damit ihre Marge deutlich absenken würden, damit mehr Menschen sich die Produkte leisten können.“

© oekoreich

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Gleichstellung gefordert: Höhere Besteuerung auf Haferdrinks

Mit Grund für die hohen Preise ist aber nicht ausschließlich das Profitstreben der Konzerne in Industrie und Handel, sondern auch die höhere Besteuerung. Während auf Kuhmilch ein steuerlicher Aufschlag von 10 Prozent kommt, beläuft sich der Steuersatz bei Hafermilch auf 20 Prozent. Das liegt daran, dass Kuhmilch als Lebensmittel eingestuft wird, der Haferdrink jedoch als Getränk. Eine unzeitgemäße Diskriminierung pflanzlicher Produkte, findet die Initiative oekoreich:

„Millionen Menschen in Österreich können oder wollen aufgrund von Unverträglichkeiten & Allergien, aus ethischen oder ökologischen Gründen, nicht mehr tierische Milch konsumieren. Wieso werden sie und die österreichischen Bauern dafür bestraft, wenn etwa verstärkt zum heimischen Hafer aus dem Waldviertel gegriffen wird? Der Gesetzgeber sollte die Steuersätze angleichen und damit auch einen ökologischen Impuls setzen“ so Bohrn Mena abschließend.
 

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