Papst-Besuch

2.200 Sicherheitskräfte schützen den Papst

03.09.2007

Österreich wird zur Hochsicherheits-Zone. Der als „hoch gefährdet“ eingeschätzte Papst wird von der Cobra und Leibwächtern rund um die Uhr bewacht.

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© EK Cobra/ EPA
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Auf den Dächern der Wiener Innenstadt liegen Scharfschützen, am Himmel kreisen Hubschrauber, Hunderte Beamte regeln das Verkehrschaos, Kanalsysteme werden von Spürhunden nach Sprengstoff durchforstet: Ab der Ankunft des Papstes am kommenden Freitag in Wien wird das Kirchen­oberhaupt keine Sekunde ohne Schutz gelassen.

Eigene Leibwächter
2.200 Beamte werden insgesamt im Einsatz sein – das sind doppelt so viele wie beim Besuch des russischen Präsidenten Putin. Mit dabei: 150 Sicherheitskräfte der Anti-Terror-Einheit Cobra. Zusätzlich zu den österreichischen Beamten wird der Papst von einer Einheit der Schweizer Garde rund um die Uhr bewacht. Wie viele Leibwächter der Papst selbst mitnimmt, bleibt geheim, es werden aber mehrere Dutzend sein. Ein Vergleich: Der russische Präsident Putin nahm 40 eigene Personenschützer mit nach Wien, US-Präsident George W. Bush reiste im Vorjahr mit einer kleinen Armee von 400 (!) Leibwächtern nach Österreich.

Papst will Kontakt
Für die Sicherheitsbeamten ist der Besuch des Pontifex alles andere denn ein leichter Job: Ein konkretes Bedrohungsszenario gibt es laut Innenminister Platter zwar nicht. Der Papst sei aber grundsätzlich „hoch gefährdet“, erklärt Major Rainer Wintersteiger, Chef der Personenschützer von der Anti-Terror-Einheit Cobra. Zudem unterscheidet sich der Besuch des Heiligen Vaters von anderen Staatsbesuchen in einem ganz entscheidenden Punkt: Während andere Staatsgäste vom Publikum abgeschirmt werden, müssen es die Beamten „dem Heiligen Vater ermöglichen, dass er so viel Kontakt zur Bevölkerung wie möglich hat“, so Innenminister Günther Platter (VP).

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Damit die Sicherheit dennoch immer gegeben ist, werden schon im Vorfeld des Besuches alle Vorkehrungen getroffen: Sprengstoffhunde durchsuchen die Kanalisationen und die U-Bahn-Schächte unter jenen Stellen, an denen sich der Papst aufhalten wird. „Von der Luft aus werden drei oder vier Hubschrauber das Geschehen überwachen“, schildert Rudolf Gollia vom Innenministerium. Zusätzlich werden auf den Gebäuden der Wiener Innenstadt Präzisionsschützen postiert, die alle Abläufe genau beobachten.

Papamobil
Damit ein Schuss-Attentat wie jenes auf Papst Johannes Paul II. im Mai 1981 nicht passieren kann, bewegt sich Benedikt XVI. ausschließlich in gepanzerten Fahrzeugen. Darunter sind auch zwei Exemplare des legendären „Papamobils“ – eines umgebauten Mercedes. Seit einer Woche trainieren Anti-Terror-Einheiten mit den Fahrzeugen, von denen eines in Wien und eines in Mariazell bereitstehen. Die Innenausstattung des Papamobils ist streng geheim und wird derzeit mit Abdeckplanen vor neugierigen Blicken geschützt.

Während sich Zehntausende Papst-Fans schon auf die Ankunft freuen, hat sich auch Widerstand gegen den Heiligen Vater angekündigt: Drei Demonstrationen gegen den Papst in Wien und Mariazell werden die Behörden zusätzlich auf Trab halten. Gollia: „Die Polizei ist auch darauf vorbereitet“.

Bei diesen sieben Stationen können Sie den Papst live sehen :

FREITAG (7. September)Wien-Schwechat, Flughafen: Um 11.15 Uhr landet das Kirchenoberhaupt am Flughafen Wien-Schwechat. Einen ersten Blick auf den Papst könnte man erhaschen, wenn Benedikt nach der Begrüßung um 12 Uhr mit dem Papamobil zum Platz Am Hof fährt.
Wien, Platz Am Hof: Um 12.45 Uhr beim Gebet vor der Mariensäule zeigt sich der Papst den Gläubigen.
Wien, Judenplatz: Um 13.30 Uhr gedenkt der Papst der Holocaust-Opfer.

SAMSTAG (8. September)
Mariazell, Flugfeld: Um 9.15 Uhr Ankunft mit dem Helikopter. Anschließend Fahrt mit dem Papamobil zur Basilika.
Mariazell, Basilika: Ankunft um 9.45 Uhr, ab 10.30 Uhr Heilige Messe vor der Basilika, ab 12.30 Uhr Einzug in die Basilika, wo um 16.40 Uhr eine Vesper stattfindet.

SONNTAG (9. September)
Wien, Stephansplatz: Ab 9.45 Uhr Prozession vom Erzbischöflichen Palais (Wollzeile 2, 1. Bezirk) zum Stephansdom. Ab 10 Uhr Messe im Dom, um 12 Uhr Angelusgebet vor dem Dom, anschließend Prozession zurück zum Palais.Heiligenkreuz, Stift: Ab 16.30 Uhr Besuch des Stifts mit Ansprache vor Gläubigen.

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