Kälteeinbruch

Bauernregeln zu Eisheiligen: "Wenn's an Pankraz friert ..."

08.05.2026

Wenn Mitte Mai plötzlich noch einmal kalte Nächte, Bodenfrost und eisiger Wind auftreten, sprechen viele vom Phänomen der „Eisheiligen“.  

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Seit Jahrhunderten ranken sich um diese Tage zahlreiche Bauernregeln, die vor allem Landwirte und Hobbygärtner bis heute ernst nehmen. Denn trotz frühlingshafter Temperaturen können die Eisheiligen noch einmal empfindliche Kälteeinbrüche bringen – mit Folgen für Pflanzen, Obstblüten und junge Gemüsesetzlinge.

Traditionell dauern die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai. Die einzelnen Tage sind nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie benannt. Besonders bekannt ist die „Kalte Sophie“ am 15. Mai, die vielerorts als letzter möglicher Frosttag gilt.

  • Rund um diese Tage entstanden zahlreiche Bauernregeln, die sich über Generationen hinweg gehalten haben. Eine der bekanntesten lautet: „Pankrazi, Servazi, Bonifazi sind drei frostige Bazi.“ Damit wird auf die Gefahr nächtlicher Kälte hingewiesen. Ebenfalls weit verbreitet ist der Spruch: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Viele Gärtner warten deshalb traditionell bis nach den Eisheiligen, bevor sie empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Balkonblumen dauerhaft ins Freie setzen.
  • Eine weitere Bauernregel besagt: „Sind die Eisheiligen vorbei, schreit der Bauer juchhei.“ Sie beschreibt die Erleichterung vieler Landwirte, wenn die Gefahr von Spätfrost endgültig gebannt scheint. Denn Frost im Mai kann erhebliche Schäden anrichten – besonders im Obst- und Weinbau.

Meteorologisch sind die Eisheiligen tatsächlich erklärbar. Ursache ist häufig kalte Polarluft, die im Mai noch einmal nach Mitteleuropa strömt. Allerdings treten die Kälteeinbrüche nicht jedes Jahr gleich stark auf. Durch den Klimawandel verschieben sich Wetterphasen zudem zunehmend, weshalb die traditionellen Termine nicht immer exakt zutreffen.

Trotzdem haben die Bauernregeln rund um die Eisheiligen bis heute ihren festen Platz – als Mischung aus Wetterbeobachtung, Tradition und jahrhundertealter Erfahrung.