Burgenland
Schlamm-Alarm im Neusiedler See: 60.000 Kubikmeter abgepumpt
20.04.2026Die Seemanagement Burgenland GmbH hat von Oktober 2025 bis April rund 60.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Neusiedler See abgepumpt.
Über zehn Kilometer Schilfkanäle wurden ertüchtigt, circa 10.000 Kubikmeter Altschilf in einem Testbetrieb entfernt, wurde am Montag Bilanz gezogen. Die Seemanagement Burgenland sei ein "wesentlicher Player bei der nachhaltigen Absicherung des Neusiedler Sees", teilte Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) in einer Aussendung mit.
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In der dritten Saison im Bereich der Schlammentfernung und Schilfpflege wurden 25 Maßnahmen in zwölf der 14 Seeanrainergemeinden umgesetzt, hieß es anlässlich einer Pressekonferenz in Purbach. Schwerpunkt war die Entschlammung von Hafenanlagen und -einfahrten wie auch von Dalbenstraßen. Außerdem wurden Schilf- und Bootskanäle ertüchtigt und erstmalig wurden Testversuche für großflächige Schilfpflegemaßnahmen mit neuen Gerätschaften durchgeführt. Das Seesediment, das beim Abpumpen vom Grund des Sees geholt wird, wurde als Bodenhilfsstoff zertifiziert. Daher ist es nun erlaubt, dieses Material auch auf biologisch bewirtschaftete landwirtschaftlich genutzte Flächen auszubringen.
Wasserzirkulation wird angekurbelt
Wesentlicher Teil der Tätigkeit der Seemanagement war die Ankurbelung der Wasserzirkulation im Neusiedler See, sagte Geschäftsführer Erich Gebhardt. Voraussetzung dafür sei die Ertüchtigung der Schilfkanäle. Begleitet werde diese durch Tests und Strömungsanalysen. Schilfflächen können nun mit neu angeschafften Maschinen bewirtschaftet werden. Die Zahl der Absetzbecken, die für die Zwischenlagerung des abgepumpten Schlamms benötigt werden, wurde in den vergangenen Jahren auf fünf erhöht. Aktuell laufen Gespräche, damit weitere fünf dazukommen.
Die Gemeinde Purbach profitiere von der verbesserten Einfahrt vom Hafen in den See, erklärte Bürgermeister Harald Neumayer (SPÖ). 2022 wurden seinen Angaben zufolge durch den niedrigen Wasserpegel rund 50 Prozent der Mieter von Bootsanlegeplätzen verloren, was auch Auswirkungen auf den Tourismus und die Betriebe hatte. Nun liege die Auslastung im Hafen wieder bei fast 100 Prozent.