Wer ist schuld am Martyrium des 12-Jährigen?

Hundebox-Skandal: Das Protokoll des Versagens

27.06.2023

Paul* wurde von der Mutter gefesselt, geknebelt, bekam Schläge, aber kein Essen.

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© Getty, ALL (Fotomontage)
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Waidhofen an der Thaya. Der 12-jährige Paul (*Name von der Redaktin geändert) hat viele Monate lang die Hölle durchlebt. Erst am 23. November 2022 wurde er gerettet – da lag Paul im Koma, unterkühlt und auf die Hälfte seines Gewichts abgemagert. Eine Sozialarbeiterin hatte die Rettung alarmiert.

Hinweise. Schon zuvor hatte es Hinweise an die Behörden gegeben: Von einer Lehrerin, der auffiel, wie abgemagert Paul war. Ein Spital soll bereits im Frühjahr 2022 eine Gefährdungsmeldung erstattet haben, weil das Personal vermutete: Der Bub wird zuhause gequält. Die Behörden handelten nicht.

Sohn mit Wunden in mehreren Spitälern

Schreckliche Details. Wie ÖSTERREICH erfahren hat, war Paul von seiner Mutter in mindestens zwei Krankenhäuser gebracht worden: nach Tulln und ins SMZ Ost Donauspital. Dazu unzählige Besuche bei der Hausärzin in Waidhofen und bei einem Diagnosezentrum in Horn. Mit blauen Flecken, Abschürfungen, unerklärlichen Wunden. Wie jetzt bekannt wurde, soll die Mutter (32) ihren Sohn auch mit einem schwarzen Klebeband aus dem Baumarkt gefesselt haben. Einmal hatte er Schnittwunden, da behauptete sie, er wäre in eine Glastür gelaufen.

Polizist. Besonders krass: Die 32-jährige ­Mutter, welche von Star-Anwältin Astrid Wagner vertreten wird, dürfte von einer 40-jährigen Freundin zum Missbrauch angestiftet worden sein. Die soll ihr eingeredet haben: „Paul quält deine Hunde.“ Damit begann die „Erziehung“, sprich Folter. Ein Polizist, Ex-Freund der 40-Jährigen, soll geholfen haben, Chats zu löschen. Die beiden Frauen sind in U-Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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