Fischsterben
Industrieunfall – Naturschützer: "Erhebliche Schäden"
27.03.2026"Wer einen Schaden verursacht, der ist auch für die Wiedergutmachung verantwortlich"
Frantschach-St. Gertraud. Nach einem Industrieunfall im Kärntner Lavanttal Anfang März, bei dem die Lavant durch Mischlauge verunreinigt worden war, hat der Kärntner Naturschutzbeirat am Freitag von einer "erheblichen Schädigung von Arten und des natürlichen Lebensraums" gesprochen. In einer Pressemitteilung verweist der Beirat auch auf die Umwelthaftung. Es gelte: "Wer einen Schaden verursacht, der ist auch für die Wiedergutmachung verantwortlich."
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Laut Naturschutzbeirat seien die Untersuchungen hinsichtlich der Kleinlebewesen noch nicht abgeschlossen. Allerdings "zeichnet sich eine erhebliche Schädigung von Arten und des natürlichen Lebensraums ab". Neben den Fischen seien wahrscheinlich auch Larven von streng geschützten Libellen, beziehungsweise die Schutzgüter des Europaschutzgebietes "Untere Lavant" betroffen.
Umwelthaftung im Visier
Der Beirat verweist dabei ausdrücklich auf die Umwelthaftung, die ein Teil des europäischen Unionsrechts ist und für Biodiversitätsschäden im Kärntner Naturschutzgesetz geregelt ist: "Dabei gilt das Prinzip: Wer einen Schaden verursacht, der ist auch für die Wiedergutmachung verantwortlich, unabhängig von einem allfälligen vorwerfbaren Verschulden." Ist ein Umweltschaden eingetreten, so habe der Verursacher geeignete Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen, um den Ausgangszustand wiederherzustellen. "Die Behörde hat den Prozess zu begleiten und wenn nötig zu überwachen."
Das war die Ursache des Fischsterbens
Ursache des Fischsterbens war eine Betriebsstörung im Mondi-Werk in Frantschach-St. Gertraud, bei der laut Polizei am Abend des 7. März eine unbekannte Menge Mischlauge in das betriebliche Kanalsystem geflossen ist. Von dort gelangte die Lauge in die Kläranlage St. Andrä und weiter in die Lavant. Mondi versicherte auf APA-Anfrage, man behandle den Vorfall "mit höchster Priorität" und erkenne "die Ernsthaftigkeit des Vorfalls ausdrücklich an". Und man werde auch weitere Maßnahmen einleiten: "Wir bedauern diesen Vorfall sehr und arbeiten eng mit den lokalen Behörden und den Fischereiberechtigten zusammen, um so rasch wie möglich gemeinschaftlich an der Wiederherstellung der ökologischen Gesundheit des Flusses und des Fischbestands zu arbeiten", so Gottfried Joham, Geschäftsführer von Mondi Frantschach.