Wichtiger Lostag
Laut Bauernregel: So geht es mit Winter-Wetter weiter
09.01.2026Der 9. Jänner steht im bäuerlichen Kalender ganz im Zeichen des heiligen Julian und ist vor allem durch zwei bekannte Bauernregeln überliefert, die sich beide mit Frost und Eis beschäftigen.
Sie lauten: „Sankt Julian bricht das Eis; bricht er es nicht, umarmt er es.“ sowie „Sankt Julian bricht das Eis, oder er bringt’s mit von seiner Reis’.“ Beide Sprüche greifen auf bildhafte Weise die Unsicherheit des winterlichen Wetters zu Beginn des Jahres auf.
Mit der Aussage, dass Sankt Julian das Eis bricht oder es umarmt, wird zum Ausdruck gebracht, dass der 9. Jänner oft eine entscheidende Wendung im Winter markieren kann. Entweder setzt um diese Zeit eine mildere Phase ein, in der Tauwetter eintritt und gefrorene Gewässer aufzutauen beginnen, oder der Frost verstärkt sich nochmals. Das „Umarmen“ des Eises steht dabei sinnbildlich für anhaltende oder sogar zunehmende Kälte. Die zweite Bauernregel ergänzt dieses Bild, indem sie darauf hinweist, dass Sankt Julian entweder bestehendes Eis aufbricht oder neuen Frost „mitbringt“, also für erneutes Zufrieren sorgt.
Für die bäuerliche Bevölkerung waren solche Beobachtungen von großer Bedeutung. Eis und Frost beeinflussten nicht nur Wege und Gewässer, sondern auch die Vorbereitung auf das kommende Frühjahr. Ein frühes Tauwetter konnte Hoffnung auf einen zeitigen Vegetationsbeginn machen, während strenger Frost als notwendig galt, um Schädlinge im Boden zu reduzieren. Auch wenn diese Regeln heute eher symbolischen Charakter haben, spiegeln sie doch die jahrhundertelange Erfahrung im Umgang mit der Natur wider und machen den 9. Jänner zu einem markanten Tag im traditionellen Wetterkalender.