Lilienfeld

Das ist das Waffenarsenal des Killers

18.09.2013

Der mutmaßliche Schütze Alois Huber ist tot. Polizei fand seine verbrannte Leiche.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Im Keller des 55-Jährigen Alois H., der in Niederösterreich bei einem Polizeieinsatz wegen Wilderei ein Blutbad angerichtet hat, wurde ein "umfangreiches Waffenarsenal im dreistelligen Bereich" sichergestellt, sagte der stellvertretende Kommandant der Cobra, Walter Weninger, in einem ORF-Interview. Im Zuge des Einsatzes habe der Mann von "vielen Waffen" Gebrauch gemacht", so Weninger. Zu deren genauer Zahl machte die Leiterin der Staatsanwaltschaft keine Angaben. Überprüft wird ihren Angaben zufolge deren Herkunft, "da im Raum steht, dass nicht alle legal erworben wurden." Auch mehrere gestohlene Kennzeichen wurden gefunden.

© LPD NÖ

(c) LPD NÖ

So luxuriös lebte Alois Huber:

Der als Wilderer verdächtigte Transportunternehmer hat am Dienstag drei Polizisten und einen Rotkreuz-Sanitäter erschossen. Davor wurde das Fahrzeug des 55-Jährigen, ein Toyota mit gestohlenen Kennzeichen, gefunden und daraufhin eine Straßensperre errichtet. Auslöser der Streifentätigkeit im Bezirk Lilienfeld waren Wildereien der vergangenen Jahre.

© LPD NÖ

(c) LPD NÖ

Auf seiner Flucht verschanzte sich der 55-Jährige auf seinem Anwesen in Großpriel bei Melk, ein Großaufgebot von Einsatzkräften versuchte den Mann zum Aufgeben zu bringen. Bei dem Polizisten, dessen Leichnam auf dem Grundstück von Alois H. gefunden wurde, war der Todeszeitpunkt noch unklar. Dienstagabend wurde der Bauernhof gestürmt, nach einer stundenlangen Durchsuchung des verwinkelten Gebäudes wurde die verbrannte Leiche des Mannes in einem Geheimbunker im Keller entdeckt.

Nächste Seite: Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen

19:28 Uhr: Gerichtspsychiater Reinhard Haller beschreibt Alois H. nicht als "gespaltene Persönlichkeit, sondern als eine, die sich nach außen hin angepasst präsentiert, während das innere, 'wahre Ich' einen stark aggressiven Menschen ausmacht". Diese Doppelrolle symbolisiere sich auch in den beiden Tätigkeiten als Jäger und Wilderer.

18:37 Uhr: Die Trophäen von Alois H.:

© LPD NÖ

(c) LPD NÖ

17:55 Uhr: Das ist das Waffenarsenal des Killers:

© LPD NÖ

(c) LPD NÖ

17:24 Uhr: Nicht die Jagdlust, sondern den Kampf gegen die Obrigkeit hat Gerichtspsychiater Reinhard Haller im Fall des 55-jährigen mutmaßlichen Wilderers als leitendes Motiv konstatiert.

16.47 Uhr: Die Schauplätze der Schießereien

16.20 Uhr: Staatsanwaltschaft geht von Selbstmord aus
Die Obduktion ist derzeit noch im Gang. "Wir gehen derzeit davon aus, dass es Selbstmord war", so die Leiterin der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Michaela Schnell.

16.00 Uhr: Wilderer starb durch Kopfschuss
Die Todesursache steht nun fest: Der 55-Jährige starb an einem Kopfschuss, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

15.48 Uhr: Täter hortete 250 Waffen
Ein riesiges Waffenarsenal fanden die Ermittler auf dem Anwesen des Amokschützen: 250 Langwaffen hatte der Mann in seinem Besitz. An die Waffen dürfte der 55-Jährige durch Einbrüche in Jagdhütten gelangt sein.

15.44 Uhr: Foto vom Schauplatz der ersten Schießerei bei Annaberg

© APA

Einschusslöcher nahe eines Wohnhauses; Foto: APA

15.10 Uhr: Leiche identifiziert
Bei dem im Bunker entdeckten Toten handelt es sich um den 55-jährigen Schützen. Laut Staatsanwaltschaft bestätigten Angehörige seine Identität. Er soll sich erschossen haben.

14.34 Uhr: Polizei-Einsatz wird evaluiert
Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, kündigte an, den Einsatz gründlich untersuchen zu lassen. Man habe die Gefährlichkeit des Täters nicht unterschätzt. Da in der Gegend bereits ein Mordversuch auf einen Jäger verübt worden war, sei auf das Einsatzkommando Cobra zurückgegriffen worden. "Es hat sich gezeigt, dass diese Einschätzung richtig war", so Kogler.

14.08 Uhr: Cobra-Sprecher schildert Einsatz
Detlev Polay, Sprecher des Einsatzkommandos, schildert die nervenaufreibende Suche nach dem Schützen in dessen Vierkanthof. Gegen 18.00 Uhr sei die Sondereinheit mit drei Panzern in den Innenhof des Anwesens geschleust worden. Die Annäherung war aus Gründen, weil der Mann schon vier Kollegen erschossen hat, höchst problematisch." Somit wurde mit den Panzern ein "Mittel mit hoher Schutzqualität" gewählt. Bis Mitternacht suchten die Einsatzkräfte nach dem Schützen in dem sehr verwinkelten Gebäude. "Da kommst du immer wieder in eine Situation, die neu beurteilt werden muss. Wir kannten uns in dem Haus nicht aus."

13:52 Uhr: Neue Details zum Waffenarsenal des Amokläufers
Laut einem Cobra-Beamter hatte Alois Huber eine Anzahl an Waffen im "dreistelligen Bereich". Im Keller des 55-jährigen Alois Huber wurde ein "umfangreiches Waffenarsenal im dreistelligen Bereich" sichergestellt, so der stellvertretende Kommandant der Cobra, Oberst Walter Weninger. Im Zuge des Einsatzes habe der Mann, dessen verkohlte Leiche kurz nach Mitternacht in einem Geheimbunker in seinem Anwesen in Großpriel im Bezirk Melk gefunden worden ist, von "vielen Waffen" Gebrauch gemacht", so Weninger weiter.

13:24 Uhr: Die Rekronstruktion des Amoklaufs:

© TZ ÖSTERREICH/Fuhrich

(c) TZ ÖSTERREICH

12:31 Uhr: Innenministerin traf Angehörige der Opfer
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat heute, Mittwoch, alle Termine gestrichen. Sie besuchte unter anderem die Einsatzkräfte in Lilienfeld und Scheibbs, die Kollegen in der Zentrale St. Pölten sowie das Cobra-Hauptquartier in Wiener Neustadt. Vor allem traf die Innenministerin auch Angehörige der Opfer, denen ihr tiefes Mitgefühl gilt.

11:59 Uhr: Zahlreiche Waffen
Unklar bleibt zunächst, welche Waffen im Vierkanthof des 55-Jährigen sichergestellt worden sind. Zahlreiche Ermittler des Landeskriminalamtes und der Tatortgruppe waren seit den Nachtstunden im Haus im Einsatz, "noch laufen in dem Gebäude die Ermittlungen", so ein Polizeisprecher.

11:40 Uhr: Verletzter Polizist nicht mehr im Krankenhaus
Ein verletzter Polizist befindet sich auf dem Weg der Besserung, so Polizeisprecher Johann Baumschlager. Der Mann war mit einem Rettungssanitäter mitgefahren, als der mutmaßliche Wilderer das Blaulichtfahrzeug unter Beschuss nahm. Der Sanitäter starb, der Polizist wurde von Splittern der zerschossenen Windschutzscheibe leicht verletzt. Psychisch sei er jedoch angeschlagen und wird auch psychologisch betreut, erklärte der Sprecher.

11:28 Uhr: Hinweise auf weitere Straftaten
Der Wilderer könnte weitere Straftaten begangen haben. "Es wurden Gegenstände im Haus sichergestellt, die auf vorangegangene Straftaten schließen lassen", sagte ein Polizeisprecher.

11:15 Uhr: Schwarze Fahne am Rathaus von Gaming

© APA/BARBARA BUCHEGGER
(c) APA / Buchegger

10:53 Uhr: Ermittler sichern Spuren
Seit heute früh sind Ermittler mit der Spurensicherung im Anwesen des 55-jährigen Schützen beschäftigt. Das Anwesen in Großpriel nahe Melk wird sukzessive durchsucht.

10:31 Uhr: Wilderer als aggressiv bekannt
Schon 2011 wurde ein Wilderer von einem Jäger im Bezirk Melk gestellt. Es wird vermutet, dass es sich bei diesem Wilderer um Alois H. handelte. Damals attackierte er den Jäger, bedrohte sein Opfer mit einem Messer und konnte unerkannt fliehen.

10:16 Uhr: Angehörige, Polizei und Rotes Kreuz trauern um die Opfer

10:07 Uhr: Kriseninterventionsteam
Die Angehörigen der Opfer sind noch in der Nacht auf Dienstag um ca. 1.00 Uhr von den tragischen Vorfällen informiert worden und von einem Kriseninterventionsteam (KIT) betreut worden.

10:00 Uhr: Fassungslosigkeit beim Roten Kreuz
"In der Geschichte des Roten Kreuzes hat es so etwas noch nicht gegeben", sagte RK-Vizepräsident für Niederösterreich, Josef Schmoll. Dass ein Rot Kreuz-Mitarbeiter im Dienst ums Leben kommt, kommt "vielleicht alle fünf Jahre" vor, also so gut wie nie.

 

Alle Fotos:

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel