Demo-Aufruhr

WUT vor dem Landhaus: Bürger begehren Änderung des Gesundheitsplans2040+

23.04.2026

Doppelter Aufruhr in der Landeshauptstadt! Hunderte Demonstranten ziehen gerade durch St. Pölten zum Landhaus – und drinnen fiel eine Riesen-Entscheidung fürs Weinviertel. 

Zur Vollversion des Artikels
© APA/CHRISTOPHER ECKL
Zur Vollversion des Artikels

Elf Busse aus elf Regionen, Trillerpfeifen, Protestschilder, sämtliche betroffenen Orte mit ihren Ortstafeln – die überparteiliche Plattform "NÖ #Neuverhandlung Gesundheitsplan2040+" macht mächtig Druck! Die Aktivisten fordern die Aufschnürung des Gesundheitsplans, der 32 Notarztstandorte auf 21 reduziert – und das Klinikum Gmünd bis 2028 zur bettenlosen Gesundheitsklinik degradiert. Erwartet werden hier hunderte Teilnehmer, die Abschlusskundgebung geht vor dem Landhaus in Szene. Beim Eintreffen auf dem Landhausplatz wurde lautstark "Hört zu!" in Richtung der Landespolitik skandiert. Jetzt gibt es auch schon konkretere Polizei-Angaben, um die 2.500 Teilnehmer werden angenommen. Ein Teilnehmer erklärte gegenüber oe24, dass er in seiner offiziellen Funktion als Teil-Veranstalter mit der Polizei gesprochen habe - die Polizeiobersten lobten die exzellente Organisation und dass es "sehr gesittet", so der Original-Ton, abgegangen wäre. Vor dem Ende wurden einige Rädelsführer ins Landhaus gebeten, ihnen wurde versichert, dass es eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft gebe. Das hat den "Rädelsführern" - dem Vernehmern - nach - vorerst! - genügt. Die positive Botschaft also: "Man bleibt im Gespräch!" Gegen 13 Uhr wurde die Groß-Demonstration - standesgemäß - mit Absingen der Niederösterreichischen Landeshymne beendet. "So, wie es sich eben gehört", meinten viele Teilnehmer, die sich jetzt in ihren Bussen auf ihrer Heimfahrt in ihre Heimatorte befinden. Summa summarum äußerte der Insider gegenüber oe24: "Es war ein Riesen-Erfolg. Mit mehr als doppelt so vielen als angenommenen Teilnehmern." Besonderes Gesprächsthema in den Bussen: ein besonderes Plakat: "Niederösterreich ist kein Fürstentum".

© Rudolf Preyer

"LKGmündbleibt" weiterhin kämpferisch

© Michaela Pabst

Bei der Abschlusskundgebung selbst gaben sich die Aktivisten einmal mehr kämpferisch. "Was uns ausmacht, ist unser Zusammenhalt. Den geben wir nicht auf, genauso wie unser Landesklinikum", betonte Tamara Schönsgibl, bei der die Fäden der Initiativen-Plattform zusammenlaufen und die gleichzeitig auch Obfrau des Vereins "LKGmündbleibt" ist. In Bezug auf die Standortgarantie für das Gmünder Spital wollen die Aktivisten weiterhin an einer Volksbefragung hinsichtlich einer Klage festhalten, wurde hervorgehoben. Mehrere Redner forderten auch eindringlich den Erhalt der von der Schließung bedrohten Notarztstützpunkte. 

Gespräch zwischen Demo-Organisatoren und Landespolitik

© APA/CHRISTOPHER ECKL

Die Demonstration startete gegen 11.00 Uhr im Bereich des St. Pöltner Bahnhofs. Die Teilnehmer machten sich in der Folge durch die Landeshauptstadt in Richtung Landhaus auf, wo ab 11.30 Uhr eine Abschlusskundgebung startet. Zahlreiche Personen brachten mit Forderungen versehene Schilder mit. Stattfinden soll am Donnerstag auch ein Gespräch zwischen den Organisatorinnen und Organisatoren der Demo mit Experten und Politikern. Eingeladen sind die Gesundheitssprecher aller fünf im Landtag vertretenen Parteien sowie die verantwortlichen Landesräte. 

© Michaela Pabst

© Rudolf Preyer

Gastpatienten-Streit mit Wien kocht hoch

© APA/CHRISTOPHER ECKL

Im Landtag selbst brodelte es ebenfalls. Die ÖVP widmete ihre Aktuelle Stunde dem Dauer-Zoff mit Wien um Gastpatienten – Titel: „Schluss mit Blockieren. Wien muss operieren!"

© Rudolf Preyer

Neues Klinikum für das Weinviertel beschlossen!

© Michaela Pabst

Und dann die große News: Der Landtag beschloss das neue Landesklinikum Weinviertel-Süd in Stockerau! In den nächsten 10 bis 15 Jahren entsteht dort ein modernes Schwerpunktspital – es ersetzt die Häuser in Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau. Der Standort "Alte Au" setzte sich gegen 13 Mitbewerber durch. Die Grünen scheiterten mit ihrem Vertagungsantrag.