Ex-Freundin "schuld"

Feuerteufel von Zeiselmauer verurteilt

07.04.2009

Nach der Serienbrandstiftungen in Zeiselmauer wurde der 27-Jährige jetzt zu 3 Jahren Haft verurteilt. Der Niederösterreicher zeigte sich geständig.

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© FF Zeiselmauer/SID NÖ
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Ein 27-Jähriger ist wegen Brandstiftung und schwerer Sachbeschädigung am Dienstag in St. Pölten zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann soll von Ende Juli bis Anfang November 2008 zehn Feuer in Zeiselmauer bzw. St. Andrä-Wördern im Bezirk Tulln gelegt haben, und dabei einen Schaden von mehreren zehntausend Euro verursacht haben. Der Schuldspruch ist nicht rechtskräftig, die Verteidigung meldete Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde an.

"Frust und Verzweiflung"
Bei den Brandstiftungen wurden Holzstöße, Wohn- und Nutzobjekte mitten im Ortsgebiet, Pkw, und auch ein abgestellter Schulbus angezündet. Als Tatmotiv nannte Staatsanwalt Karl Wurzer "Frust und Verzweiflung". Der laut Gutachten zurechnungsfähige Angeklagte neige zur ungenügenden Beherrschung stärkerer Stimmungsschwankungen. Er habe "dreieinhalb Monate eine ganze Region in Unruhe versetzt", so Wurzer.

Ex-Freundin "schuld"
Der 27-Jährige selbst führte die Brandstiftungen primär auf Probleme mit seiner Ex-Freundin zurück. Sie habe ihn nach zwei Jahren verlassen, davor schon einmal: "Ein auf und ab", meinte der Beschuldigte zu Andrea Humer, der vorsitzenden Richterin des Schöffensenats. Er habe sich abreagieren wollen, da sich dermaßen viel in ihm aufgestaut hätte.

Kurze Pause
Der Beschuldigte legte laut Anklage zu Beginn der Brandstiftungen fünf Feuer binnen fünf Tagen. Danach war eine Pause. "Da hatte ich wieder Kontakt mit der Freundin". Doch einige Wochen später traten neuerlich wieder Schwierigkeiten auf. Sie habe ihm Hoffnungen gemacht, ihm dann aber gesagt, sie hätte einen neuen Freund. In der Folge habe der 27-Jährige ein Vereinshaus in Brand gesetzt, wenig später das Haus der Nachbarn.

Von Kamera gefilmt
Danach war acht Wochen Ruhe: "Da war ich wieder mit der Ex-Freundin zusammen", so der 27-Jährige. Das Glück währte aber wiederum nicht allzu lange. Anfang November wollte der Mann einen Bus anzünden, dabei wurde der Beschuldigte gefilmt. Es waren aufgrund der Serienbrandstiftungen in der Zwischenzeit Videokameras installiert worden. Er sei letztlich "froh" gewesen, "dass es vorbei war". Sein Pläne für die Zukunft: "Ich möchte eine Therapie machen und komplett von vorne anfangen".

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