Remax-Prognose
Niederösterreicher zieht es immer stärker in den Speckgürtel
12.01.2026In Niederösterreich werden die Immobilienpreise heuer um durchschnittlich 4 Prozent steigen. Diese Zahl prognostiziert die Amstettner Immobilienmakler-Firma RE/MAX Austria auf Basis einer Befragung unter rund 650 Branchenexperten. Insbesondere der "Speckgürtel rund um Wien" soll stark wachsen.
Niederösterreich sei ein "Land der Einfamilienhäuser“, so Remax-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Die meisten jungen Menschen würden von einem Eigenheim träumen. Besonders gefragt seien Häuser im Speckgürtel rund um Wien – hier soll die Nachfrage im Jahr 2026 verglichen mit dem Vorjahr um satte 5,8 Prozent steigen, so Prognosen. Im gesamten Bundesland soll die Nachfrage um vier Prozent steigen. Auf der anderen Seite würden auch die Angebote am Markt leicht steigen, so Reikersdorfer am Rande der jährlichen Remax-Pressekonferenz.
- Niederösterreich ist im regionalen Vergleich ein günstiges Pflaster
- So stark sind die Immo-Preise in Wien, Salzburg & Co gestiegen
Laut Prognosen werden die Kaufpreise für Immobilien in ganz Österreich um 3,4 Prozent steigen, in Niederösterreich sogar um vier Prozent. Mieten sollen um 4,4 Prozent steigen. Die Nachfrage bestimmt den Preis – rund um den Wiener Speckgürtel sind die Preise am höchsten, im Waldviertel, im Bezirk Scheibbs und im Bezirk Lilienfeld am niedrigsten. Viele junge Menschen ziehen eher in jene Gebiete, die öffentlich gut angebunden sind und eine gewisse Infrastruktur bieten.
Expertenmeinung: Kaufen jetzt!
Die Nachfrage nach Eigentum sei also ungebrochen groß: "Die Gründe dafür sind sicherlich, dass wir stabilere Zinsen haben, dass die Grundbuch- und Pfandrecht-Eintragungsgebühr teilweise nicht angefallen ist“, so Reikersdorfer. Der Wegfall der Grundbuch- und Pfandrecht-Eintragungsgebühr ist übrigens bis Juni 2026 befristet – daher sei aus jetziger Sicht ein Kauf in den nächsten Monaten sinnvoll, raten Immobilienexperten.
Sanieren statt neu bauen
Baugrundstücke sollen in Niederösterreich im Vergleich zu 2025 um etwa 3,9 Prozent teurer werden. Auffällig sei, dass weniger Menschen einen Baugrund erwerben und ein neues Haus bauen würden. Derzeit würden viele nach älteren Häusern suchen und diese sanieren, "da sie unterm Strich besser davonkommen beziehungsweise die Finanzierung für sie machbar und leistbar ist“, so Reikersdorfer.
Leistbar ist ein gutes Stichwort – denn günstiger wird wohl nichts mehr. Weder das Einfamilienhaus, noch die Eigentumswohnung und schon gar nicht die Mietpreise, heißt es bei Remax Austria: "Speziell im Bereich der Eigentums- und Mietwohnungen wird es aufgrund der Angebots-Knappheit, die vor uns steht, doch zu wesentlichen Veränderungen kommen und für Konsumenten zu spürbaren Preis-Steigerungen“, prongostiziert Reikersdorfer.
Forderung: Mehr bauen!
Laut Remax geht der Trend immer mehr in Richtung kaufen statt mieten, dennoch sei auch das Interesse an Mietwohnungen ungebrochen hoch. Es wurde und wird derzeit aber weniger gebaut – dabei bräuchte es dringend mehr verfügbare und leistbare Wohnungen am Markt, wurde betont.