Erzabt
Nonnen von Goldenstein sagen Reise zum Papst ab: Vatikan setzte jetzt Vermittler ein
28.04.2026Salzburger Erzabt Jakob Auer (35) soll zwischen Apostolischen Kommissar und den Schwestern im Streit um Kloster vermitteln.
Im Fall der drei betagten Nonnen von Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg hat nun der Vatikan eingegriffen: Die zuständige Behörde ernannte den Salzburger Erzabt Jakob Auer (35) zum Assistenten des Apostolischen Kommissars Markus Grasl, teilten am Dienstag die Helferinnen der Nonnen laut Kathpress mit. Gleichzeitig haben die Schwestern ihre Reise nach Rom abgesagt, die heute begonnen hätte. Höhepunkt wäre eine Teilnahme an der Generalaudienz des Papstes am Mittwoch gewesen.
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Die drei Augustiner-Chorfrauen waren im vergangenen September gegen den Willen ihres zum Apostolischen Kommissar bestimmten Oberen von einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt, das mittlerweile der Erzdiözese Salzburg und dem Stift Reichersberg gehört. Die Rückkehr sorgte weltweit für enormes mediales Interesse. Da sich in der Folge die drei Nonnen und der für sie verantwortliche Propst Grasl nicht auf eine Lösung einigen konnten, wandte sich zunächst Grasl an das Dikasterium im Vatikan, das weltweit für Orden zuständig ist. Kurz darauf haben auch die Chorfrauen den Vatikan kontaktiert und um Entbindung Grasls sowie die Einsetzung eines neuen Apostolischen Kommissars ersucht.
Ziel ist eine Vereinbarung mit Verbleib im Kloster
Der Vatikan entschied sich nun für einen Mittelweg: Er beließ zwar Grasl in seiner Funktion, stellte ihm aber den jungen Salzburger Erzabt zur Seite, der nun mithelfen soll, eine Vereinbarung auszuarbeiten, die dem Wunsch der Schwestern Rechnung trägt, im Kloster Goldenstein wohnhaft zu bleiben. Propst Grasl bleibt der Ordensobere der Schwestern.
Im Gegenzug sagten die Schwestern eine für diese Woche geplante Reise nach Rom ab. Ob die Reise zu Papst Leo XIV. nachgeholt wird, ist offen. "Die Kosten der Reise, die von Wohltätern der Schwestern übernommen worden wären, sind diesen, soweit möglich, in voller Höhe zurückerstattet worden", hieß es seitens des Helferteams.