Mord in Linz

Gefesselte Leiche: Immo-Makler bei Home-Invasion getötet

20.02.2026

Die tödliche Gewalttat an einem 49-jährigen Linzer Mitte Jänner ist höchstwahrscheinlich im Rahmen einer Home-Invasion geschehen 

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OÖ. Zu diesem Schluss ist das Landeskriminalamt Oberösterreich mittlerweile gekommen, wie es am Freitag mitteilte. Die gefesselte und übel zugerichtete Leiche des Immobilienmaklers war am 19. Jänner in der Wohnung des Toten gefunden worden.

Die Tat dürfte am Abend des 17. Jänner verübt worden sein. Die Ermittler sprechen davon, dass das Opfer an diesem Abend Besuch von einer unbekannten Person hatte, es wurden auch zwei Pizzen bestellt. Ein Zusammenhang sei "keinesfalls auszuschließen", so die Kriminalisten, die Recherchen laufen aber noch. Der oder die Täter sollen den Mann mit massiver Gewalt zur Herausgabe von Wertgegenständen gezwungen haben. Möglicherweise ging es dabei auch um die Passwörter für Bitcoin-Wall. Mario A. starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, seine Leiche wurde zwei Tage später von einem seiner beiden Brüder (der ebenfalls in Linz wohnt) gefunden. Der geschockte Verwandte kümmert sich jetzt um "Lilly", die Beagle-Hündin des Opfers, die nach der Bluttat völlig verwirrt am Gang vor der Dachgeschosswohnung umherirrte.

© TEAM FOTOKERSCHI / BILAL AHMETOVIC
 

Polizei beklagt fehlenden Zugriff auf Messenger-Daten

Das Handy des Opfers dürften der oder die Täter mitgenommen haben. Es war zuletzt zur Tatzeit eingeloggt. Die Ermittlungen gestalten sich hier zäh - nicht zuletzt deshalb, weil der 49-Jährige, in dessen Wohnung offenbar auch eine größere Menge Drogen gefunden worden waren, vorwiegend über einen Messenger-Dienst kommunizierte, auf den die Strafverfolgungsbehörden keinen Zugriff haben. Damit gelange man auch nicht an die Verbindungsdaten bzw. Kontaktliste des Getöteten.

Dass die Ermittler hier auf Grenzen stoßen, ließ Landespolizeidirektor Andreas Pilsl einmal mehr nach mehr Möglichkeiten für die Polizei rufen: Der Fall zeige, "dass es für Anbieter von Messenger-Diensten bei schwerwiegenden Straftaten verpflichtend sein sollte, bestimmte Daten zur Verfügung zu stellen. Ohne die entsprechenden Tools für die Kriminalpolizei, wird es uns immer schwieriger gemacht, Verbrechen aufzuklären", so Pilsl.

Kriminalpsychologe mit Fallanalyse beauftragt.

Nach wie vor im Laufen sind offenbar die Auswertung von Aufnahmen aus Überwachungskameras im Umfeld des Tatorts sowie die Auswertung von Telekommunikationsdaten und elektronischen Datenträgern. Ein Kriminalpsychologe, der den Tatort am Donnerstag begutachtet hat, wurde zudem mit einer Fallanalyse beauftragt.