Zwischenbilanz

Tempo 100-Limit in OÖ zeigt (k)eine Wirkung

18.09.2007

Erste Zwischenbilanz zur umstrittenen 100 km/h-Beschränkung auf der A1 in Oberösterreich: Die Luftbelastung ist zurückgegangen - aber laut SPÖ auch in Bereichen, die gar nicht vom Tempolimit betroffen waren!

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Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) zur Halbjahresbilanz: Die Luftbelastung sei zurückgegangen, berichtete er in einer Pressekonferenz in Linz. "Tempo 100 ist keine umweltpolitische Zauberlösung, aber ein Schritt in die richtige Richtung."

"Positive Auswirkungen"
Die Couleur der zuständigen Umweltreferenten spiele "überhaupt keine Rolle", erklärte Anschober in Richtung von Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S), der das Limit stets kritisiert hatte. In Oberösterreich sei es zu ähnlich positiven Auswirkungen wie in anderen Bundesländern gekommen, bei denen es auch Tempo-100-Beschränkungen gibt, betonte der Landesrat. Das Bundesgesetz sei jedenfalls zu vollziehen.

Rückgang von sechs Prozent
Im ersten Halbjahr 2007 seien 1.167 Tonnen Kohlendioxid (CO2), neun Tonnen Stickoxid und 0,9 Tonnen Dieselrußpartikel eingespart worden. An der Messstelle Enns-Kristein sei die Stickstoffdioxid-Belastung um neun Mikrogramm pro Kubikmeter zurückgegangen. Die Treibstoffersparnis von Pkw sei proportional der CO2-Reduktion, so Anschober. Der Rückgang von sechs Prozent entspreche rund 400.000 Litern.

SPÖ: Luftwerte gingen überall zurück
Die SPÖ-Oberösterreich sieht das freilich anders: "Die unnötige Dauerschikane gegen Pendler und Fahrzeuglenker auf der A1 zwischen Linz und Enns sollte nun unverzüglich ein Ende haben", forderte der Landeshauptmann-Stellvertreter Dienstagnachmittag. Der Clou an der Sache ist: Die Stickstoffdioxid-Werte gingen an nahezu allen Messstellen in Oberösterreich gegenüber 2006 zurück, so Haider: "Also auch in jenen Bereichen, wo die Beschränkung auf der A1 gar nicht wirken kann." Eine dauerhafte Beurteilung von nachhaltigen Auswirkungen der Tempo-100-Verordnung auf die Umweltsituation sei daher "mehr als zweifelhaft".

Über die immissionsgesteuerte Verkehrsbeeinflussungsanlage, die das Limit zum Jahreswechsel 2007/08 ablösen soll, herrscht übrigens Konsens unter den drei oberösterreichischen Regierungsparteien. Anschober geht davon aus, dass das System zeitgerecht installiert wird.

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