Gutachten

Rattengift in Hipp-Glas nicht lebensgefährlich

07.05.2026

Im Fall des sichergestellten Hipp-Glases im Burgenland liegt nun ein ergänzendes Gutachten vor. Demnach wäre der Verzehr der enthaltenen Menge an Rattengift nicht lebensgefährlich gewesen. Gesundheitliche Folgen hätte die Dosis allerdings durchaus verursachen können. 

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Das im Burgenland sichergestellte Hipp-Glas enthielt 15 Mikrogramm Rattengift. Ein Verzehr wäre laut ergänzendem Gutachten zwar nicht tödlich gewesen, gesundheitliche Auswirkungen hätte es aber geben können. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt am Donnerstag auf APA-Anfrage.

Die Dosis sei hoch genug gewesen, um die Blutgerinnung zu beeinträchtigen. Dadurch hätte es zu mild verlaufenden Blutungen kommen können, hieß es.

Erkenntnisse gelten nur für ein Glas

Diese Erkenntnisse gelten aber nur für das eine Glas, das in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellt wurde, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Über die Gläser in der Slowakei und in Tschechien sowie über das noch gesuchte zweite Glas im Burgenland sage das nichts aus. Ermittelt werde derzeit weiterhin wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Ein 39-jähriger Verdächtiger sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft. 

Die Ermittlungen laufen weiterhin wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Ein 39-jähriger Verdächtiger sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft.

Ex-Mitarbeiter bestritt alle Vorwürfe

Der ehemalige Hipp-Mitarbeiter, der in Salzburg festgenommen wurde, bestritt bisher sämtliche Vorwürfe und gab an, nichts damit zu tun zu haben. Sein Dienstverhältnis soll einvernehmlich aufgelöst worden sein, nachdem das Unternehmen ihm Verfehlungen vorgeworfen hatte. Sein Austrittsgespräch fand offenbar just an jenem Tag statt, an dem das Erpresserschreiben bei Hipp einging.

Das zweite Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll wie das sichergestellte, wurde unterdessen nach wie vor nicht gefunden. Die Suche danach läuft wie die Ermittlungen weiter. Bisher wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers.