Großeinsatz

Riesenlawine im Skigebiet Hinterstoder

19.04.2009

Beim Lawinenabgang in Hinterstoder (Bezirk Kirchdorf) in Oberösterreich ist von den Rettungskräften eine Überlebende geborgen worden. Entgegen erster Meldungen dürfte es keine weiteren Verschütteten geben.

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Eine nach Beschreibung der Polizei "Riesenlawine" ist Sonntagvormittag am Elmplan-Gipfel im Schrockengebiet in der Skiregion Hinterstoder (Bezirk Kirchdorf) in Oberösterreich abgegangen. Nach einem Augenzeugen, der die Einsatzkräfte alarmierte, musste von zehn bis 15 Verschütteten ausgegangen werden. Am Nachmittag kam die Entwarnung: "Nur" eine 30-jährige Frau war unter die Schneemassen geraten. Sie konnte von anderen Wintersportlern vor Eintreffen der Bergretter lebend geborgen werden.

Großeinsatz
Schlimme Ausmaße hatten die Retter befürchtet: Gegen 10.30 Uhr alarmierte ein Tourengeher über den Polizeinotruf, er hätte eine Lawine abgehen sehen, die bis zu 15 weitere Tourengeher im Hang mit sich gerissen hätte. Sofort wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften zum Unglücksort gerufen. Hubschrauber aus Linz, Salzburg und der Steiermark rückten an.

Überlebende geborgen
Die Exekutive stellte fest, dass sich das Schneebrett in zwei Kegel aufgeteilt hatte und in einem Abstand von rund 200 Metern ins Tal gedonnert war. Alpinpolizisten wurden an beiden Kegeln zum Suchen abgestellt. Etwa 30 Polizisten und Bergretter suchten fieberhaft nach Verschütteten. In den Mittagsstunden dann die Erleichterung: Eine 30-Jährige aus dem Bezirk Ried konnte lebend geborgen werden. Sie war zusammen mit zwei anderen Bekannten unterwegs, die die Frau aber schon kurz nach dem Lawinenabgang selber aus den Schneemassen befreien konnten. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber Christophorus 14 in das LKH Kirchdorf geflogen.

Hotline eingerichtet
Wie viele Wintersportler sich während des Lawinenabgangs im Gebiet aufhielten, war für die Polizei schwer zu eruieren. 500 Autos befanden sich im Skigebiet, die meisten davon von Tourengehern. Eine Hotline wurde eingerichtet, unter der sich Angehörige melden sollten. Im Laufe der Mittagsstunden wurde schließlich klar, dass es sich mit der Frau insgesamt doch nur um eine Verschüttete gehandelt haben muss.

Entwarnung
Auch jener Augenzeuge, der die Polizei alarmierte, gab an, er habe nicht direkt gesehen, dass die Menschen unter die Lawine geraten sind. Am Nachmittag kam die offizielle Entwarnung durch die Sicherheitsdirektion, die zusätzlich angeforderten Kräfte wurden reduziert. "Um alle Eventualitäten ausschließen zu können, wird der Lawinenkegel noch fertig abgesucht", hieß es am Sonntagnachmittag.

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