Achtung
So gefährlich ist es für Kinder, Schnee zu essen
10.01.2026Schnee verwandelt viele Regionen Deutschlands in eine Winterlandschaft. Während glatte Straßen zur Gefahr werden, freuen sich vor allem Kinder über die weißen Flocken – und kommen dabei oft auf die Idee, Schnee zu essen. Was harmlos wirkt, kann jedoch gesundheitliche Risiken bergen.
Schnee lädt zum Spielen ein: Schneemänner bauen, Schneeballschlachten – und manchmal landet auch eine Handvoll im Mund. Sichtbar verschmutzter oder plattgetretener Schnee ist selbstverständlich tabu. Doch auch frisch gefallener, unberührter Schnee ist keine gute Idee zum Verzehr!
Lauter Keime im Schnee
Das Hauptproblem: Schnee fällt durch die Luft. Dabei nimmt er Stoffe auf, die sich in der Atmosphäre befinden. Der Ökologe Wolfgang Straff vom Deutschen Umweltbundesamt erklärt, dass Regenwasser und Schnee keine Nahrungsmittel und nicht keimfrei sind.
Über den sogenannten Luftpfad können sie mit Verbrennungsprodukten, Feinstaub, Stäuben oder mikrobiellen Aerosolen belastet sein. Schadstoffe aus Verkehr und Industrie finden sich somit auch im Schnee wieder – je nach Belastung der Umgebung in unterschiedlicher Konzentration.
Wie destilliertes Wasser
Selbst wenn Schnee theoretisch frei von Schadstoffen wäre, bleibt ein weiteres Risiko. Im Gegensatz zu Trinkwasser, das Mineralien und Elektrolyte wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Natrium enthält, ähnelt Schnee eher destilliertem Wasser. Beim Verzehr größerer Mengen fehlen dem Körper dadurch wichtige Elektrolyte.
Der Konsum von Wasser ohne Elektrolyte kann den osmotischen Druck auf die Körperzellen erhöhen. In der Folge wird dem Organismus unter anderem Natrium entzogen. Im Extremfall kann das zu einer sogenannten Wasservergiftung führen, die schwere Kreislaufprobleme verursacht und lebensgefährlich sein kann.
Ab dieser Menge wird's gefährlich
In der Praxis gilt: Kleine Mengen Schnee, die Kinder aus Neugier probieren, bleiben meist folgenlos. Die Magensäure kommt in der Regel mit Keimen zurecht, und auch die Schadstoffbelastung ist bei sehr geringen Mengen meist vernachlässigbar. Eine Wasservergiftung würde erst bei einer Menge von etwa zwei Litern Schnee auftreten.