In Ischgl
Lawinenabgang bei Skipiste– ein Toter
16.01.2026Schock im Parade-Wintersportort: Ein Lawinenabgang im Bereich einer Skipiste im Tiroler Ischgl hat Freitagvormittag mindestens einen Toten gefordert.
Tirol. Ersten Informationen zufolge hatte die Pistenrettung den Abgang des Schneebretts bemerkt. Anschließend begann eine Suchaktion am Lawinenkegel abseits der gesicherten Piste, bei der die betroffene Person letztlich gefunden wurde. Neuesten Erkenntnissen zufolge dürfte das Schneebrett indes bereits am Donnerstag abgegangen sein.
Freitagfrüh war es dann zu einer Vermisstenmeldung bei der Polizei Kappl gekommen, hieß es. Am Vormittag wurde das Schneebrett schließlich von der Pistenrettung Silvretta bemerkt. Was folgte, war eine großangelegte Suchaktion unter Beteiligung der Alpinpolizei, mehrerer Bergrettungen und einer Hundestaffel. Dabei wurde ein aus den Schneemassen ragender Skistock gefunden. Dies führte letztlich zu Ortung und Bergung der toten Person, deren genaue Identität vorerst nicht bekanntgegeben wurde. Auch wie es genau zu dem Lawinenabgang kam, war vorerst unklar. Zudem gab es noch keine hundertprozentige Sicherheit, dass es sich bei dem Vreunglückten tatsächlich um den gesuchten Wintersportler handelte.
Der Lawinenabgang ereignete sich im Bereich der Pardatschgratbahn. Ursprünglich hatte es auch die Information gegeben, dass das Schneebrett direkt bis auf die Skipiste abging. Dies bewahrheitete sich jedoch nicht. Der Lawinenkegel lag "deutlich abseits" der Piste, betonte man bei der Silvrettaseilbahn AG.
Bei einem weiten Lawinenabgang am Donnerstag im Gemeindegebiet von Tschagguns in Vorarlberg wurde eine 70-Jährige - die mit vier weiteren Tourengehern unterwegs war - auf 2.000 Seehöhe von den Schneemassen erfasst, konnte sich aber an der Oberfläche halten und konnte am Knie verletzt schnell geborgen und ins Tal geflogen werden.
Lawinengefahr derzeit groß
Der Lawinenwarndienst meldete auch für Freitag im Westen Österreichs in höheren Lagen erhebliche Lawinengefahr. Einzelne Wintersportler könnten Schneebretter im Altschnee auslösen. Gefahrenstellen liegen vor allem an steilen Schattenhängen, aber auch in eingewehten Rinnen und Mulden. Zudem seien Fernauslösungen möglich. In höheren Kamm- und Passlagen sollte auf kleinräumig frischen Triebschnee geachtet werden. Aktivitäten abseits gesicherter Bereiche erforderten Erfahrung in der Gelände- und Gefahrenbeurteilung, so die Mahnung.