Forderung

Fiaker-Drama in Simmering: TV-Moderatorin Nadine Friedrich wütet gegen Stadt Wien

05.03.2026

Die fesche Steirerin hofft, dass sie mit ihren Zeilen an die Stadt Wien ein Umdenken erzielen kann. Sie macht sich seit jeher für Tierrechte stark. 

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Ein tragischer Vorfall in Wien-Simmering sorgt derzeit für tiefe Betroffenheit und befeuert eine hitzige Debatte über die Zukunft der Wiener Fiaker: Auf offener Straße brach ein Pferd zusammen und musste eingeschläfert werden. Dieser Vorfall rief nun Moderatorin Nadine Friedrich auf den Plan. In einer fundierten Bürgeranfrage an die Stadt Wien findet sie deutliche Worte für ein System, das ihrer Meinung nach längst aus der Zeit gefallen ist.

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„Ein erschütterndes Zeichen“: Kritik an veralteten Traditionen

Für Nadine Friedrich ist der Tod des Tieres in Simmering kein bedauerlicher Einzelfall, sondern das Symptom eines tieferliegenden Problems. In ihrem Schreiben an die zuständigen Stellen der Stadt Wien betont sie, dass Pferde als sensible Fluchttiere im dichten Stadtverkehr einer enormen Belastung ausgesetzt seien. „Pferde sind evolutionär darauf ausgelegt, sich frei zu bewegen – nicht dazu, schwere Kutschen voller Touristen durch dichten Stadtverkehr zu ziehen“, so Friedrich in ihrem Appell.

Durch den persönlichen Bezug zum Pferdesport – ihre Schwester ist selbst Pferdebesitzerin – wisse sie genau, wie stark diese Tiere auf Lärm, Abgase und den harten Asphalt reagieren. Die körperliche und psychische Belastung sei im täglichen Betrieb schlichtweg nicht mehr vertretbar.

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Das Argument „Kulturgeschichte“ entkräftet

Dem oft gehörten Argument, die Fiaker seien ein unverzichtbarer Teil der Wiener Identität, tritt die Moderatorin entschieden entgegen. In Gesprächen mit internationalen Gästen würden Mozart, die Oper oder die Kaffeehauskultur genannt – niemals jedoch die Fiakerpferde als primärer Reisegrund.

Friedrich verweist zudem auf eine globale Entwicklung: Metropolen wie London, Paris, Barcelona und Prag haben Pferdekutschen bereits abgeschafft oder stark reglementiert. Dass Wien hier noch immer „hinterherhinke“, sei eines Titels als lebenswerteste Stadt der Welt unwürdig.

Hitze-Sommer als tickende Zeitbombe

Besonders im Hinblick auf die klimatischen Veränderungen sieht Friedrich dringenden Handlungsbedarf. Die immer heißer werdenden Sommer in der Stadt stellten ein akutes Gesundheitsrisiko für die Tiere dar. Die Kernfrage: „Wie viele solcher Vorfälle braucht es noch? Wie lange will man warten, bevor gehandelt wird, während der nächste heiße Sommer bereits vor der Tür steht?“

 


 

Verkehrsaspekt: Neben dem Tierwohl führt sie auch den „gesunden Hausverstand“ an: In einer modernen Großstadt verursachten die Kutschen Staus und gefährliche Situationen im Verkehrsfluss.

Die Forderung: Elektrische Fiaker statt Tierleid

Nadine Friedrich schließt ihre Bürgeranfrage mit einer klaren Forderung an die Stadtpolitik. Sie verlangt ein schrittweises Ende der traditionellen Fiakerei und regt gleichzeitig die Entwicklung tierfreier Alternativen an – etwa elektrische Fiaker, um die Betriebe und den touristischen Charme zu erhalten, ohne dabei Lebewesen zu quälen. „Wien hat die Chance zu zeigen, dass echte Lebensqualität auch Mitgefühl bedeutet“, schließt Friedrich ihren Brief. 

Tierschützerin

Nadine Friedrich ist in der Öffentlichkeit nicht nur als versierte Journalistin bekannt, sondern gilt seit Jahren als bekennende und leidenschaftliche Tierschützerin. Ihr Engagement ist dabei alles andere als nur oberflächlich: Privat schenkte sie Rescue-Dog "Minnie" ein neues Zuhause und bewies damit Herz für Tiere in Not.

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Auch auf politischer Ebene scheut sie den Konflikt nicht: In der Vergangenheit initiierte sie bereits etliche Petitionen, unter anderem gegen Tierversuche, um auf Missstände aufmerksam zu machen.