Nicht Döbling

In diesem Bezirk wurden die meisten "Vorstadtpanzer" neu zugelassen

23.01.2026

Mit 28.394 wurden im Vorjahr in Wien so viele SUVs und Geländewagen wie noch nie neu zugelassen. Im Bezirksvergleich wurden in der Josefstadt die wenigsten, in Liesing die meisten SUVs neu zugelassen. 

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In Wien steigt die Zahl der SUV-Neuzulassungen rasant, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. Im Vorjahr kamen 28.394 neue SUVs und Geländewagen auf die Straßen der Stadt, so viele wie noch nie zuvor. Während die Gesamtzahl neuer Pkw nur leicht zunahm, wuchs der SUV-Anteil um satte 16 Prozent. Liesing verzeichnet mit 7.525 neuen Fahrzeugen die meisten Neuzulassungen, dahinter folgen Favoriten und die Donaustadt. Die wenigsten SUVs rollen durch die Josefstadt, dort wurden gerade einmal 143 neue Modelle registriert.

Vom Förstertraum zum Vorstadtpanzer

SUVs waren früher robuste Arbeitsgeräte für Landwirte, Förster und Pferdeliebhaber. Heute gehören sie zum Wiener Stadtbild wie Ampeln und Baustellen. Die bulligen Karossen gelten als praktisch, sicher und schick. Umgangssprachlich haben sich auch weniger schmeichelhafte Namen eingebürgert wie Hausfrauen- und Vorstadtpanzer.

Platzfresser mit Nebenwirkungen

Breite Karosserien machen das Einparken zur Geduldsprobe und engen den Verkehrsraum ein. Das hohe Gewicht führt zu stärkerem Reifenabrieb und damit zu mehr Mikroplastik. Auch bei E-Pkw ist der SUV-Anteil in Wien hoch. Drei von zehn neuen SUVs sind Elektroautos, und zwei Drittel der im Vorjahr neu zugelassenen Elektroautos waren laut Statistik Austria SUV.

"Auch bei Elektroautos nimmt mit dem Gewicht der Verbrauch zu. Eine Entwicklung, die es Österreich erschwert, beim Strom rascher einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energie zu erreichen", drängt VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf politische Vorgaben auf EU-Ebene, damit die Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen.

Forderung nach neuen Regeln

Acht von zehn Neuwagen in Wien werden von Unternehmen oder anderen juristischen Personen angemeldet. Der VCÖ fordert steuerliche Anreize, damit bei Firmenwagen öfter sparsame Modelle gewählt werden. Diese Autos landen später im Gebrauchtwagenmarkt und erreichen so auch private Haushalte. Zusätzlich sollen Parkpickerl-Tarife nach Fahrzeuggröße gestaffelt werden.   

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