Probebetrieb startet
Park-Sheriff-Revolution: Wien sattelt auf "Scan-Cars" um
26.01.2026Wiens Park-Sheriffs bekommen digitale Verstärkung auf vier Rädern. Mit Kameras ausgestattete Elektroautos sollen künftig Kennzeichen scannen und Parksünder schneller entlarven.
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Die Wiener "Park-Sheriffs" werden mobil: Die Organe der städtischen Parkraumüberwachung sind nun auch mit "Scan-Cars" unterwegs. Dabei handelt es sich um Autos, die mittels Kameras die Kennzeichen abgestellter Fahrzeuge kontrollieren. Demnächst startet der Probebetrieb, wie am Montag im Rahmen eines Medientermins verkündet wurde. Auch ein erstes Scan-Car wurde präsentiert.
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Wie Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betonte, handelt es sich bei dem Einsatz um eine Österreich-Premiere. Denn es seien zwar in zahlreichen europäischen Städten bereits derartige Gefährte unterwegs, hierzulande sei Wien aber Vorreiter. Die Stadt hat sich für das Projekt entschieden, weil sich seit der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls 2022 die zu kontrollierenden Flächen verdoppelt haben, führte sie aus.
Sensor am Dach
Laut der Leiterin der zuständigen Magistratsabteilung 67, Michelle Krumpschmid, legen die für die Überwachung zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich bis zu 15 Kilometer zu Fuß zurück. Zumindest in zwölf Außenbezirken wird künftig der Umstieg aufs Auto möglich sein. Auf diesem - es handelt sich um Elektrofahrzeuge - ist am Dach ein Sensor montiert, der die Kennzeichen optisch scannt.
Die Tour wird dabei nicht alleine absolviert. Eine Person sitzt am Steuer und konzentriert sich nur auf das Fahren. Das eigentliche Überwachungsorgan sitzt daneben und erhält Informationen über den Status eines in der Kurzparkzone abgestellten Autos. Ist für das Kennzeichen ein digitaler Parkschein oder eine Ausnahmegenehmigung für Anrainer ("Parkpickerl") hinterlegt, gibt das System grünes Licht.
Manuelle Prüfung bei Verdacht
Wird in der Datenbank nichts gefunden, wird nicht sofort gestraft. Stattdessen wird angehalten und das Auto genauer begutachtet. Geschaut wird etwa, ob ein Parkschein in Papierform hinter der Windschutzscheibe deponiert wurde. Verdachtsfälle werden also manuell überprüft.
Für die technische Umsetzung erhielt das österreichische Unternehmen CPB den Zuschlag. Deren Geschäftsführer Martin Schanda versicherte, dass auch die Kennzeichen knapp aneinander geparkter Fahrzeuge registriert werden können. Zudem werde auch der Datenschutz gewahrt, versprach er. Fotos der Nummerntafeln würden nicht gespeichert.
In den kommenden Monaten werden vier Scan-Cars getestet. Jagd auf Parksünder werden sie erst Ende des Jahres machen. Der Echtbetrieb wird laut derzeitiger Planung im Dezember 2026 starten.
Personaleinsparungen sind im Zuge der Projektumsetzung nicht geplant, wurde beteuert. Vielmehr wird das Kontrollnetz engmaschiger. Denn personelle Ressourcen, die frei werden, werden dafür in innerstädtischen Gebieten eingesetzt. Die Kosten für das Projekt wurden mit rund 1,15 Mio. Euro beziffert.