Entlastung
Wirtschaftskammer Wien senkt Beiträge um 25 Prozent
20.05.2026Ein echter Paukenschlag für die Wiener Wirtschaftszene. Nach jahrelanger Vorbereitung steht nun fest, dass die Mitgliedsbeiträge um 25 Prozent sinken.
Das Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Wien hat am Mittwoch einen weitreichenden Beschluss gefasst. Die Kammerumlage 2, die anhand der Lohnsumme der jeweiligen Unternehmen berechnet wird, wird in mehreren Schritten um 25 Prozent gesenkt. Der entsprechende Antrag von Wirtschaftsbund Wien, SWV, Freiheitliche Wirtschaft und UNOS wurde einstimmig angenommen.
Schnitt bei den Mitgliedsbeiträgen
Die Wiener Betriebe haben lange auf diesen Schritt gewartet. Hinter den Kulissen wurde die millionenschwere Entlastung über Jahre hinweg akribisch vorbereitet. Nun tragen die internen Reformen der Vergangenheit endlich Früchte für die Beitragszahler.
"Wir haben bereits 2019 mit der Zusammenführung von zehn Standorten der WK Wien in das zentrale Haus der Wiener Wirtschaft und einer umfassenden Organisationsreform die Basis dafür gelegt und konnten dadurch unsere laufenden Kosten senken sowie die Effizienz steigern. Die Pandemie gleich nach dem Umzug hat uns etwas Zeit gekostet, jetzt sind wir startklar“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.
Investitionen in die Zukunft laufen weiter
Trotz der Beitragsenkung müssen die Wiener Betriebe nicht um die Qualität der Serviceleistungen bangen, wird versichert. Auch geplante Projekte wie die neue IT-HTL Vienna Digital School sind vollkommen gesichert. Zusätzlich wird ein neuer Fonds gegründet, der Musterprozesse von und für Wiener Unternehmen unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Kammer. "Ziel ist unter anderem, dass wir für die Wiener Unternehmen 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in allen in Wien gesprochenen Sprachen erreichbar sind“, sagt Ruck.
Der Fokus richtet sich somit weiterhin stark auf die Unterstützung der Betriebe. "Umfassender Service, moderne Bildungsangebote für die Wirtschaft und eine schlagkräftige Interessenvertretung der Wiener Unternehmen sind und bleiben die Kernaufgaben der Wirtschaftskammer Wien, die wir mit aller Kraft weiterhin verfolgen werden“, sagt Ruck.
Genaue Fahrplan für Wiener Betriebe
Die schrittweise Senkung der Kammerumlage 2 startet mit dem 1. Jänner 2027 und wird im Jahr 2029 abgeschlossen sein. Dabei sinkt der sogenannte Hebesatz auf Basis der Lohnsumme Jahr für Jahr. Während der Satz aktuell im Jahr 2026 noch bei 0,24 Prozent liegt, sinkt er im Jahr 2027 auf 0,22 Prozent. Im Jahr 2028 beträgt er dann 0,20 Prozent und erreicht im Jahr 2029 schließlich den Endwert von 0,18 Prozent.
Mit dieser Maßnahme steuert die Wiener Kammer rund 22 Millionen Euro zum allgemeinen Sparziel der Wirtschaftskammer Österreich bei, das bis zum Jahr 2030 insgesamt 100 Millionen Euro vorsieht. "Wir gehen damit nicht nur mit gutem Beispiel voran, sondern leisten auch einen überproportionalen Beitrag für die gesamte Kammerorganisation. Die Wirtschaftskammer Wien beweist sich damit einmal mehr als zukunftsorientierte, moderne und leistungsfähige Interessenvertretung der Wiener Wirtschaft“, sagt Ruck.