Nächster Shitstorm

Wiener Linien zeigten "Taubstumme" als Affen

23.01.2017

Mit einem Ratespiel auf Facebook sorgten die Verkehrsbetriebe für Verärgerung.

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© Screenshot/Facebook
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Am Wochenende wollte die Marketingabteilung der Wiener Linien auf Facebook mit einem Ratespiel für ein wenig Abwechslung sorgen. Doch durch das Rätsel ernteten die Wiener Verkehrsbetriebe den nächsten Shitstorm. Denn der Stationsname "Taubstummengasse" wurde in Form von Affen-Emojis dargestellt. Ein Affe hält sich die Ohren zu, ein zweiter den Mund, dahinter sieht man noch das Bild einer Straße.

Die Verantwortlichen schien es dabei nicht zu kümmern, dass gehörlose und stumme Menschen als Affen charakterisiert werden – und das, obwohl die Gebärdensprache früher jahrzehntelang als "Affensprache" verspottet wurde.

Shitstorm

Die Österreichische Gebärdensprache wurde nach langem Kampf schließlich erst im Jahr 2005 verfassungsrechtlich anerkannt. Aus diesem Grund konnten gehörlose Fahrgäste der Wiener Linien über das Rätsel leider nicht lachen. "Das mit den Affen zur Taubstummengasse fand ich überhaupt nicht witzig! Die Gehörlosencommunity fordert schon seit vielen, vielen Jahren eine Umbenennung dieser Straße. Dieser Name ist klar diskriminierend!", so Manfred Schütz, der stellvertretende Obmann der WITAF zum Nachrichtenmagazin "Bizeps".

Auch bei der Facebook-Gemeinschaft sorgte das Rätsel nicht gerade für Begeisterung. User verlangten Entschuldigungen und zeigten den Fehltritt der Wiener Linien auf.

 

 
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Die Bezeichnung "taubstumm" gilt als veraltet und als abwertend. "Gehörlos" beziehungsweise "taub" sind die Wörter, die man heutzutage für Menschen, die nichts hören können, verwendet. Doch die Wiener Linien sowie die Stadt Wien halten nichts von einer Umbenennung der Station beziehungsweise der Straße.

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