Gesundheitsreform

15.000 Ärzte gehen am Montag in den Streik

13.06.2008

Wenn am Montag rund 15.000 Ordinationen streiken, haben die Spitäler trotzdem geöffnet.

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© APA/Fohringer
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Die Ärzte werden am Montag aus Protest gegen die Gesundheitsreform alle rund 15.000 Ordinationen geschlossen halten. Davon betroffen sind nicht nur die Hausärzte, sondern auch die Fach- und die Wahlärzte, nicht aber die Zahnärzte. Um die medizinische Versorgung sicher zu stellen, hat die Ärztekammer einen verstärkten Notbetrieb in allen Bundesländern sichergestellt.

Mit Ausnahme von Wien wird in allen Bundesländern pro Sprengel bzw. pro Bezirk eine Ordination eines Allgemeinmediziners geöffnet bleiben. Die fachärztliche Betreuung soll im Notfall über die Spitalsambulanzen erfolgen. Die Patienten sollen entweder über das Internet oder über die Notrufnummer 141 informiert werden, wo sie eine ärztliche Versorgung bekommen. Zusätzlich sollen auch die Hausärzte österreichweit auf ihren Anrufbeantwortern informieren. Der Betrieb in den Spitälern und Ambulanzen läuft uneingeschränkt weiter, auch die Ambulatorien der Kassen und die Rettung sind von dem Schließtag nicht betroffen.

Hotline-Nummer
Vorgesorgt hat auch die Sozialversicherung, die ihr Service-Center am Montag massiv verstärkt. Unter der Hotline-Nummer 050124 3377 (österreichweit zum Ortstarif) erhalten Patienten in der Zeit von 8 bis 18 Uhr Auskünfte darüber, welche offenen Behandlungsstellen (Ambulanzen der Spitäler, Ambulatorien der Gebietskrankenkassen) sich in ihrer Wohnortnähe befinden, falls der eigene niedergelassene Arzt an diesem Tag seine Ordination geschlossen hat.

An dem Streiktag wird eine Fülle von Veranstaltungen stattfinden.

Vorsorgeuntersuchungen in Dornbirn
In der Dornbirner Fußgängerzone werden die Ärzte in aller Öffentlichkeit Vorsorgeuntersuchungen machen. Es wird ein eigenes Zelt aufgebaut, in dem Gesundheitsberatung angeboten wird ebenso wie Blutdruckmessen oder die Bestimmung des Bodymaß-Index. In den Vorarlberger Spitäler werden zudem Betriebsversammlungen abgehalten, um die Ärzte zu informieren.

Fortbildungsveranstaltung in Wien
In Wien steht eine Fortbildungsveranstaltung mit dem Titel "Gesundheitsreform: Sinn oder Wahnsinn?" auf dem Programm. Neben einem ganztägigen Symposium mit Beiträgen zu verschiedenen medizinischen Themen gibt es im Rahmen von so genannten "Speakers Corners" auch für Patienten die Möglichkeit, mit Funktionären der Ärztekammer über die aktuelle gesundheitspolitische Entwicklung zu diskutieren.

Podiumsdiskussion in Innsbruck
Eine zentrale Fortbildungsveranstaltung ist auch in Innsbruck geplant. Im Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion werden auch Nationalratsabgeordnete mit Ärzten debattieren. In Salzburg werden Flugblätter auf öffentlichen Plätzen und an Verkehrsknotenpunkten verteilt und Passanten informiert. Die Bezirksärztevertreter versammeln sich in einem Hotel in der Mozartstadt zu einer nicht öffentlichen Informationsveranstaltung.

Info-Kampagne in Oberösterreich
Auch in Oberösterreich werden viele Ärzte den Schließtag für Fortbildungen nutzen, die die medizinische Akademie anbietet. In den Spitalsambulanzen sowie an mehreren öffentlichen Plätzen in Linz, Wels, Steyr, Freistadt, Rohrbach, Braunau und Vöcklabruck werden in den Morgenstunden Flugzettel verteilt. Auf dem Linzer Taubenmarkt will der oberösterreichische Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser gemeinsam mit anderen Spitzenfunktionären selbst die Bevölkerung informieren.

Im Burgenland werden in jedem Bezirksvorort Ärzte Passanten informieren und Flugblätter verteilen. Dabei wollen die Ärzte den Patienten bewusst machen, dass die Reformpläne der Regierung längere Wartezeiten, weniger Ärzte und schlechtere Qualität bedeuten könnten. In Kärnten werden in den Spitälern Informationen an die Patienten verteilt. In Niederösterreich finden mehrere Bezirksärzteveranstaltungen statt. Die steirische Ärztekammer wendet sich in Form einer Pressekonferenz mit Präsident Wolfgang Routil an die Öffentlichkeit.

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