oe24.TV-Health-Talk

Ärzte schlagen Alarm: "Krebs wird immer jünger"

04.02.2026

Im oe24.TV-Health-Talk schlagen Österreichs führende Krebsspezialisten Alarm: Vorbeugen und Früherkennung auch für Jüngere. 

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Die gute Nachricht: Therapien machen „rasante Fortschritte“. Die schlechte Nachricht: Krebs wird „immer jünger“, schlagen die anerkanntesten Krebs-Spezialisten im großen oe24.TV-Health Talk mit Isabelle Daniel zum Welt-Krebsvorsorgetag Alarm.

Mundkrebs steigt – HPV-Impfung   

Und das zeigt auch der Fall von Julia Glocker, die im Health Talk berichtet, dass sie beim Stillen ihres zweiten Kindes gemerkt hatte, dass etwas nicht stimme. Ihr Gynäkologe stellte dann die Diagnose Brustkrebs und danach sei alles sehr rasch gegangen und sie erfolgreich therapiert worden. Sie war deutlich unter 40 Jahren alte und damit nicht vom Mammographie-Programm für Frauen ab 40 Jahren erfasst. Der Präsident der Krebshilfe, Paul Sevelda, sieht aber vor allem bei „Tumorarten wie Mundkarzinome einen Anstieg“, auch bei Jüngeren. Hier gebe es mit der HPV-Impfung die „beste Therapie: nämlich gar nicht erst krank zu werden“, sind sich auch der Chef des Krebs-Centers des AKH, Shahrokh Shariat und Krebs-Papst Christoph Zielinski einig. 

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„Wir brauchen ein Umdenken hin zur Prävention, um länger gesund zu bleiben und dem Krebs vorzubeugen“, sagt Shariat. Die zweite Säule: „Früherkennungsscreenings“.  

Lungenkrebs bei Frauen steigt 

Lungenkrebs-Spezialist Maximilian Hochmair warnt vor „dem Anstieg an Lungenkrebs bei Frauen, während er bei Männer rückläufig“ sei. Der Hintergrund: „Weil Frauen stärker rauchen“. Vor zehn Jahren seien in Österreich rund 4000 Menschen im Jahr an Lungenkrebs erkrankt. Heute seien es 5500 Neuerkrankungen, während „Lungenkrebs in den USA rückläufig“ sei. In den USA gab es freilich viel früher Anti-Rauch-Kampagnen.  

Aber woran liegt es nun, dass immer jüngere – unter 50 Jahren – an Krebs erkranken? 

Christoph Zielinski sieht – neben dem Rauchen – einen Mix an Faktoren: „Lifestyle, also Ernährung und Bewegung“. Und rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Bei Symptomen – starke Müdigkeit, Gewichtsverlust oder starke Schmerzen – sollten auch Jüngere an Krebs denken und zu Untersuchungen gehen. 

In nur einem Jahr seien die Fortschritte in der Krebstherapie enorm. Und das „wird so weiter gehen“, so Zielinski, der glaubt, dass in naher Zukunft dann auch nicht mehr aggressive Therapien wie Chemotherapien nötig sein werden. 

Paul Sevelda wünscht sich zudem, dass die Gesundheitskompetenz in Österreich gesteigert werde. Er lobt aber den heimische Sozialstaat, der „jedem Patienten die beste Krebstherapie ermöglicht“.  

„Die beste Therapie ist es Krebs nie zu bekommen. Also Vorbeugen und Früherkennung“, betont Shahrokh Shariat.