Affären

Nach Pilnacek-Gutachten: Zwischen ÖVP und FPÖ fliegen die Fetzen

15.02.2026

Im und am Rande des Pilnacek-U-Ausschusses fliegen weiter die Fetzen - jetzt greift ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger die  FPÖ an.

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© APA/HELMUT FOHRINGER
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Anlass der ÖVP-Attacke auf den Freiheitlichen Fraktionsführer Christian Hafenecker sowie auf den früheren Grünen-Politiker Peter Pilz ist das jüngste Gutachten der Innsbrucker Gerichtsmedizin: „Nach Umständen und Befunden ist am ehesten von einem suizidalen Ertrinken auszugehen. Für einen Unfall oder ein Tötungsdelikt ergeben sich aus den Umständen und Befunden aus gerichtsmedizinischer Sicht keine Anhaltspunkte.“

 

Andreas Hanger - er ist zuletzt mit heftigen Attacken auf Pilnacek-Vertraute Karin Wurm in Erscheinung getreten - greift jetzt die FPÖ an, die den U-Ausschuss ja initiiert hat: „Es gibt keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden, keinen Hinweis auf ein Tötungsdelikt und somit keine Grundlage für die von der FPÖ monatelang geschürten Spekulationen und Verschwörungstheorien.“ Und weiter: „Wer trotz klarer Faktenlage weiter mit haltlosen Theorien operiert, schadet dem Vertrauen in den Rechtsstaat. Die FPÖ ist einmal mehr an den Fakten gescheitert und der Pilnacek-Untersuchungsausschuss zeigt die Unfähigkeit und hemmungslose Pietätlosigkeit der freiheitlichen Partei auf dem Rücken von unschuldigen Menschen.“

Auch Peter Pilz bekommt bei Hanger sein Fett ab: „Peter Pilz, der sich nach wie vor als Wegbereiter für die Verschwörungserzählungen der Kickl-FPÖ betätigt, ist ebenfalls krachend gescheitert. Unter dem Deckmantel der seriösen Aufklärung verbreitet er die wildesten Spekulationen und diskreditiert Ermittlungsbehörden. Zuerst ging er auf die Polizistinnen und Polizisten los, dann auf die Staatsanwaltschaften Krems und Eisenstadt und nun auf die Oberstaatsanwaltschaft Wien. Wie es den Hinterbliebenen, aber auch den Menschen geht, die er kriminalisiert, ist Pilz völlig egal.“

Wirbel um Vertrag mit dem Innenministerium

Zuvor hatte die FPÖ die ÖVP angegriffen: FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wies darauf hin, dass der „ÖVP-nahe Anwalt Martin Huemer“ zur „Beratung“ von Polizisten, die als Auskunftspersonen im U-Ausschuss geladen sind, einen 50.000-Euro-Beratungsvertrag mit dem Innenministerium habe. Das sei ein „offenkundiger Versuch“, die geladenen Polizisten auf Linie zu bringen. „Die ÖVP kauft sich mit dem Geld der Steuerzahler einen Maulkorb für U-Ausschuss-Auskunftspersonen. Dass ausgerechnet jener Anwalt engagiert wird, der Gernot Blümel 86-mal zum Erinnerungsverlust geraten haben soll, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten“, so Hafenecker.