Politik-Insider
Pilnacek-Rätsel: Nach "Schnucki" ist auch Kurz an der Reihe
22.01.2026Der Pilnacek-U-Ausschuss kommt in die heiße Phase. Kommende Woche könnte klar werden, ob und wer in die Ermittlungen rund um Tod des einst so mächtigen Sektionschefs eingegriffen hat.
Es wird ernst. Wenn am kommenden Mittwoch und Donnerstag im abhörsicheren Sitzungssaal im Keller des Parlaments der Pilnacek-U-Ausschuss zusammentritt, geht es ans Eingemachte. Nach einem Baggerfahrer, einem Feuerwehrmann und einem Polizisten sind am Mittwoch zwei weitere Polizisten an der Reihe, die beim Auffinden der Leiche von Christian Pilnacek am 20. Oktober 2023 am berühmten Donauseitenarm in Rossatz dabei waren.
Schon die ersten Befragungen waren nicht uninteressant: So kam zutage, dass jener Baggerfahrer, der die Leiche gefunden hatte, bis heute nicht vernommen wurde. Auch der Auffindungsort wurde nie richtig abgesperrt - stattdessen wies die Polizei den Baggerfahrer an, eine Rampe aufzuschütten, um Pilnacek zu bergen. Sollte es Spuren gegeben haben, spätestens dann dürften sie vernichtet gewesen sein. Generell - und das ergaben alle Befragungen bisher - war der Wissensdurst der Ermittler in Sachen Todesursache enden wollend.
Polizistin wollte keine Obduktion haben
Der Grünen Nina Tomaselli stößt jedenfalls auf, "dass - wie aus den Akten hervorgeht - eine Polizistin der Staatsanwältin mitgeteilt hat, sie brauche keine Obduktion des Leichnams". Sie verstehe nicht, wie man freiwillig auf so wichtige Infos verzichten könne. so Tomaselli . Im Zentrum stehe jetzt jedenfalls die Befragung der Staatsanwältin, die den Fall führte - sie ist am Donnerstag geladen.
Schnucki und die Ärztin
Und das wird doppelt spannend: Denn vor der Justizbeamtin soll am Donnerstag jene Gemeindeärztin aussagen, die dann doch eine Obduktion durchgesetzt hat. Sie ließ in dem Prozess gegen den Ex-Politiker Peter Pilz keinen Zweifel daran, dass es da Widerstand gegeben habe: "Schnucki, wenn ich jetzt a Hack"n hab", hast"as du auch. Wir brauchen eine Obduktion", will die Ärztin der Staatsanwältin laut Protokoll gesagt haben. Die Staatsanwältin soll gekontert haben: "Nur weil der (Tote) bekannt ist, brauchen wir keine Obduktion." Erst als die Gemeindeärztin darauf bestand ("Ich weiß nicht, woran er gestorben ist"), habe die Staatsanwältin eingelenkt. "Schnucki" wird das im Ausschuss zu erklären haben.
Das ist vor allem Wasser auf die Mühlen von Christian Hafenecker, der ja schon lange vermutet, dass ÖVP-nahe Beamte versucht haben, die genauen Todesumstände zu verschleiern. Die Befragungen folgen der Logik des FPÖ-Generalsekretärs, der in den nächsten Wochen alles "wie ein Mosaik zusammensetzen will".
Weiter geht es dann Mitte Februar, wenn nicht nur Peter Pilz, sondern auch Pilnaceks letzte Lebensgefährtin sowie auch die frühere Assistentin des damaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka, die Pilnacek als letzte lebend gesehen hat.
Karner, Sobotka und Zadic
Dann wird auch entschieden werden, wie es in den Befragungen weitergeht. Hafenecker macht kein Hehl daraus, dass er in Folge nicht nur höhere Innenministeriumsbeamte wie Polizeidirektor Michael Takacs, sondern auch die (damals) zuständigen Minister Gerhard Karner (ÖVP) und Alma Zadic (Grüne) befragen will, aber auch Sobotka. Damit ist wohl im März zu rechnen. Sie können alle auf mehrere Urteile gegen die Pilz-Plattform Zackzack verweisen, die die beteiligten Top-Polizisten von den meisten Verdächtigungen des Ex-Politikers freigesprochen haben.
Und dann kommt Kurz
Und dann wird es auch ein U-Ausschuss-Comeback eines ganz besonders glamourösen Gastes geben: NEOS-Mandatarin Sophie Wotschke ist wild entschlossen, Ex-Kanzler Sebastian Kurz zu laden. Sie will wissen, wie Kurz nur wenige Stunden nach dem Leichenfund über einen Suizid des Sektionschefs sprechen konnte.