Affären
Pilnacek: U-Ausschuss startet mit Bagger-Fahrer - auch "Schnucki" kommt
09.01.2026Kommende Woche starten die Zeugenbefragungen im Pilnacek-U-Ausschuss. Als erstes ist ein Baggerfahrer an der Reihe.
Fast ein Dreivierteljahr wurde gerungen - am 14. Jänner ist es soweit: Der von der FPÖ eingesetzte U-Ausschuss, der die Ermittlungen rund um den Tod des Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek untersuchen soll, beginnt seine Arbeit. Die FPÖ - im U-Ausschuss vertreten durch Christian Hafenecker und Susanne Fürst - vermutet, dass ÖVP-nahe Polizisten und Beamte bei den Ermittlungen allerlei vertuscht haben - sogar von einem Verbrechen ist immer wieder die Rede.
Es beginnt mit einem Lokalaugenschein
Pilnacek - einst mächtigster Beamter des Justizressorts, zuletzt aber suspendiert - war am 20. Oktober 2023 tot in einem Seitenarm der Donau in Rossatz (NÖ) aufgefunden worden. Und genau das ist der Ort, an dem der U-Ausschuss mit seiner Arbeit beginnt. Auf Antrag Hafeneckers wird ein Lokalaugenschein am Todesort stattfinden. Die Obduktion hat ja ergeben, dass Pilnacek ertrunken ist - entweder wegen eines Unfalls oder wegen Suizid. Die Behörden haben die Ermittlungen eingestellt: kein Fremdverschulden.
Start der Zeugen: Baggerfahrer statt Ex-Kanzler
Tags darauf - am 15. Jänner - geht es dann im Parlament zur Sache: Die Blauen planen zwar, Polit-Promis wie den früheren Bundeskanzler Sebastian Kurz oder die Minister Gerhard Karner, aber auch Ex-Justizministerin Alma Zadic zu laden. Begonnen wird aber mit Andreas F. Der Baggerfahrer der ViaDonau GmbH hat die Leiche gefunden. Gleich danach startet ein Reigen von insgesamt 4 Polizeiinspektoren, die aussagen sollen, welche Erhebungen sie am Tatort durchgeführt und was sie gesehen haben.
Dramatik am 29. Jänner; „Schnucki“ ist geladen
Wirklich spannend wird es dann aber Ende Jänner: Am 29. ist nicht nur die Gemeindeärztin von Rossatz geladen - sondern auch die zuständige Staatsanwältin aus Krems. Laut Aussagen im Prozess gegen den Ex-Politiker Peter Pilz musste die Ärztin die Obduktion des Leichnams von Pilnacek nicht nur gegen den Willen der anwesenden Polizisten, sondern auch bei der Justizbeamtin durchsetzen: „Schnucki, wenn ich jetzt a Hackn’ hab, hast’as du auch. Wir brauchen eine Obduktion“, will sie der Staatsanwältin gesagt haben. Auch „Schnucki“ wird dazu befragt werden - sie hat die Obduktion letztendlich doch angeordnet.
Lebensgefährtin und Sobotka-Vertraute
Turbulent wird es auch am 11. und 12. Februar: Bevor am 12. Ex-Politiker und Buch-Autor Peter Pilz sowie ein Journalist befragt wird, sind am 11. eine Mitarbeiterin des seinerzeitigen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka sowie Pilnaceks Lebensgefährtin geladen. Spannend wird da vor allem die Befragung der Sobotka-Assistentin: Sie war es, die Pilnacek nach einer Alko-Fahrt am Polizeiposten abholte und nach Hause fuhr. Also offenbar die letzte Person, die den Sektionschef lebend gesehen hatte.