Arbeitsmarkt

Arbeit für Asylwerber: Hundstorfer skeptisch

17.10.2014

Minister setzt auf Sozialpartner-Gespräche - gemischte Reaktionen.

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Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) lässt einen erleichterten Arbeitsmarkt-Zugang für Asylwerber diskutieren. Konkret wird der Minister Sozialpartner-Gespräche zu dem Thema einleiten. An seiner grundsätzlichen Skepsis bezüglich einer Ausweitung der Arbeitsmöglichkeiten ändert das allerdings nichts.

Letzter Auslöser für die Initiative Hundstorfers war ein Interview mit ÖGB-Präsident Erich Foglar im heutigen Ö1-"Morgenjournal", in dem dieser zumindest Gesprächsbereitschaft signalisierte. Wenn es eine sinnvolle Erleichterungsmöglichkeit gebe, den Menschen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen, solle man sich einer grundsätzlichen Diskussion nicht verwehren, meinte da der Gewerkschaftschef.

Sozialminister Hundstorfer ist hingegen nicht zuletzt angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit dagegen, hier weitere Schritte zur Öffnung des Arbeitsmarkts zu setzen. Wiederholt wies der Ressortchef darauf hin, dass es nach drei Monaten ohnehin die Möglichkeit gebe, Saisonjobs anzunehmen. Damit ist Hundstorfer ganz auf Linie mit Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, während sich Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung (wie diverse Hilfsorganisationen und das UNHCR) schon seit langem bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber wünschen.

Gemischte Reaktionen
Hundstorfers Ankündigung sorgte für gemischte Reaktionen. Während Caritas, Grüne und NEOS positiv reagierten, zeigte sich die FPÖ ablehnend. Die Koalition äußert sich zurückhaltend.

VP-Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner wollte den Sozialpartner-Gesprächen nicht vorgreifen, SP-Klubchef Andreas Schieder konnte sich im Ö1-"Mittagsjournal" allenfalls Verbesserungen für subsidiär Schutzberechtigte vorstellen.

Grünen-Menschenrechtssprecherin Alev Korun warb in einer Aussendung ebenso wie Caritas-Präsident Michael Landau einmal mehr dafür, Asylwerbern nach sechs Monaten Arbeitsmarkt-Zugang zu gewähren. Es sei nicht verständlich, warum arbeitsfähige und arbeitswillige Menschen sich nicht selbst versorgen dürften. Gleich argumentiert NEOS-Menschenrechtssprecher Nikolaus Scherak: Man müsse Asylwerbern das Recht geben, einer Arbeit nachzugehen. So verhindere man einerseits das Abrutschen in die Schwarzarbeit und andererseits einen Qualifikationsverlust durch jahrelange Untätigkeit.

Ganz anderer Meinung ist die FPÖ. Generalsekretär Herbert Kickl meinte in einer Aussendung, das Asylverfahren diene zur Abklärung, ob jemand tatsächlich das Recht auf Asyl habe und nicht der vorauseilenden Integration.


 

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