Biennale-Skandal
Babler eröffnet Urin-Schwimmbad-Spektakel in Venedig
07.05.2026Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hat das Urin-Badebecken bei der Biennale Venedig feierlich eröffnet. Der Andrang im Österreich-Pavillon war gigantisch. Inzwischen ist ein Polit-Streit über „kleingeistige Angriffe auf die Kunst" ausgebrochen.
Es ist ein unfassbarer Hype um die österreichische Show bei der Biennale in Venedig ausgebrochen. Nackte hängen von der Glocke, läuten die Show ein, düsen im Jetski über das "geklärte Wasser", die Besucher können Urin für den Pool in mobilen Bauarbeitertoiletten spenden. Bis nach Australien berichten Medien vom Urin-Schwimmbad und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) steht fest hinter den 600.000 Euro Kulturförderung für das Spektakel.
Extrem-Performance-Künstlerin Florentina Holzinger (40) hat versichert: "Kunst darf alles." Babler steht bei der Eröffnung direkt unter der Glocke, in der zu jeder Stunde eine nackte Perfomerin den Klöppel ersetzt und "die erschöpften Strukturen patriarchaler Geschichte und religiöser Autorität ausläuten" soll.
Babler: "Wenn es unbequem wird..."
Babler düste gestern in der Dienst-Limousine aus Wien nach Venedig, hielt seine Eröffnungsrede und macht sich heute auf den Rückweg, wie oe24 erfuhr. Babler, schon im April der meistgenannte Politiker (mit 371 Medienbeiträgen klar vor Finanzminister und Kanzler, im Mai ist er mit dem Biennale-Spektakel dauerpräsent) trat stolz ans Rednerpult in Venedig.
"Die Aufgabe der Politik ist nicht, Kunst zu zähmen. Die Aufgabe der Politik ist es, ihre Freiheit zu schützen – gerade dann, wenn sie unbequem wird", sagte Babler. Mit der Teilnahme an der Biennale bekräftige Österreich: "Wir nehmen Kunst ernst. Und wir nehmen ihre Freiheit ernst."
Florentina Holzinger sei "radikal, körperlich, feministisch – und zutiefst politisch". Laut Babler fordern ihre Arbeiten "uns heraus, über Normen nachzudenken, über Freiheit und Selbstbestimmung. Lassen Sie sich herausfordern. Lassen Sie sich irritieren. Lassen Sie sich berühren."
FPÖ tobt über "Urin-Show" und "Riesen-Klo"
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz tobt über die Reise von SPÖ-Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler nach Venedig: „Da reist der Vizekanzler mitten in der Rekordteuerung, mitten in einer Budgetkrise auf Kosten der Steuerzahler nach Venedig, um eine 600.000-Euro-Steuer-Show im Riesen-Klo zu verteidigen, und drückt der Künstlerin auch noch ein Bussi auf. Diese Reise ist als Draufgabe zu den hunderttausenden Euro Steuergeld, die hier für Perversionen versenkt wurden ein klarer Rücktrittsgrund."
Rücktritt gefordert
Schnedlitz fordert den Rücktritt des Kulturministers: „Wer 600.000 Euro Steuergeld in einer Urin-Show versenkt und dafür auch noch nach Venedig jettet, hat im Amt nichts mehr verloren. Babler muss zurücktreten. Es braucht endlich vorgezogene Neuwahlen und einen Volkskanzler Herbert Kickl, der wieder Politik für die hart arbeitende Bevölkerung macht – nicht für eine abgehobene Kulturschickeria!” Gejettet ist Babler freilich nicht, er reiste im Auto an.
„Kleingeistige Angriffe auf die Kunst"
Engstirnig, beschränkt, kleinkariert - so sieht man in der SPÖ die Kritik der FPÖ. „Die Attacken der FPÖ auf Florentina Holzinger und den österreichischen Beitrag zur Biennale von Venedig sind erwartungsgemäß kleingeistig und nachgerade lächerlich. Die Performerin – eine österreichische Künstlerin von Weltgeltung – thematisiert in ihrer Arbeit für den Österreich-Pavillon die Themen Wasser und Wasserverschmutzung", entgegnet SPÖ-Kultursprecherin Katrin Auer (SPÖ).
"Die Kläranlage, über die sich FPÖ-Schnedlitz so echauffiert, ist eine bekanntermaßen recht verbreitete Technik, tausende Menschen arbeiten in Österreich an der Aufbereitung von kontaminiertem Wasser; aber sobald eine Künstlerin diese Realität sichtbar macht, ist es für die FPÖ ein Tabu“, gibt SPÖ-Kultursprecherin Auer den Blauen Konter.