Wirbel um 12-Stunden-Tag

Betriebsrat fordert Regierung zu "Gießchallenge" heraus

27.06.2018

Mit der Herausforderung soll der Regierung gezeigt werden, dass der 12-Stunden-Tag in vielen Berufen nicht zumutbar ist.

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© APA/HANS KLAUS TECHT
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Die Aufregung um die von der ÖVP-FPÖ-Regierung geplante Arbeitszeitflexibilisierung flacht nicht ab. Am Mittwoch meldete sich die zuständige Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) zu Wort, um die Freiwilligkeit zu betonen. "Bei der 11. und 12. Stunde kann der Arbeitnehmer ja Nein sagen", so Hartinger-Klein der "Kleinen Zeitung". Am Nachmittag tagt zum Thema der Sozialausschuss im Parlament.

Betriebsrat vs. Regierung

Auch Armin Eberl, Betriebsratsvorsitzender eines Gießereibetriebs in Tirol, ist mit dem 12-Stunden-Tag nicht einverstanden - und lädt die Regierung zu einer Challenge ein, um deutlich zu machen, dass ein zwölfstündiger Arbeitstag in vielen Berufen oftmals nicht zumutbar ist.

"12 bzw. 60 Stunden Gießchallenge heißt: Die Eingeladenen treten gegen mich, den Betriebsratsvorsitzenden, in unserer Gießerei bei den Schleudermaschinen, entweder am Gießtümpel oder an der Gießrinne an", so Eberl laut "Proge". Bundeskanzler Kurz, Vizekanzler Strache, IV-Präsident Kapsch, WK-Präsident Mahrer, WK-Tirol Präsident Jürgen Bodenseer sowie FMTI-Obmann Knill seien dazu eingeladen, die Challenge anzunehmen und bei Raumtemperaturen von 45°C bis 60°C in der Produktion zu arbeiten.

100 Euro pro abgebrochener Stunde

Einen passenden Termin sehe er in der vierten Augustwoche, doch auch andere Terminvorschläge seien willkommen: "Es sollte jedoch wegen der Temperaturen im Sommer sein. Auch müssen nicht alle zur gleichen Zeit kommen, ich trete auch gerne gegen jeden einzeln an", so Eberl.

Folgende Zeiten würden bei der Herausforderung gelten: "Vier Tage jeweils 12 Stunden, Beginn von 6.00 Uhr bis 12.00 Uhr, dann eine halbe Stunde Mittagspause und um 12.30 Uhr geht'sweiter bis 18.30 Uhr." Doch dann ist der Tag für Betriebsratvorsitzenden Eberl noch nicht zu Ende: "Anschließend könnten wir noch unsere Freizeit, entweder beim Tennis, Fußball oder im Verein genießen. Schlafen gehen sollte man zeitig, weil am nächsten Tag um 5.00 Uhr Tagwache ist." Jeder Teilnehmer solle für jede Stunde, die er vor Schichtende abbrechen müsse, 100 Euro zahlen, die am Ende für einen guten Zweck gespendet werden.

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