SPÖ-Streit

Comeback der "Faymänner"

30.01.2018

Der Wahl Michael Ludwig zum Wiener SPÖ-Chef werden weitere Umwälzungen folgen.

Zur Vollversion des Artikels
© APA/HERBERT NEUBAUER
Zur Vollversion des Artikels

Michael Ludwig hat seine Wahl zum Wiener SPÖ-Chef auch einem zu danken: Werner Faymann. Die engsten Vertrauten des 2016 durch Christian Kern gestürzten Ex-Kanzlers sorgten dafür, dass Ludwig am Samstag mit 57 % eine kommode Mehrheit hatte. Inwieweit  Faymann – er ist inzwischen Immobilien-Unternehmen – selbst mitmischte, bleibt im Dunkeln, als sicher gilt, dass Ex-Kanzleramtsminister Josef Ostermayer mitmischte.

Faymann-Vertraute vor Karriere-Sprüngen

Dafür war aber sein Umfeld umso lauter: Doris Bures – 2. Nationalratspräsidentin und SPÖ-Vorsitzende in Wien-Liesing – war eine der Ersten, die sich für Ludwig ausgesprochen hatte. Sie wird jetzt sogar als Nachfolgerin Kerns als SPÖ-Vorsitzende gehandelt. Christian Deutsch – Faymann-Mitarbeiter und Ex-Wien-Parteisekretär – sowie Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer  Gerhard Schmid arbeiten schon lange für die Ludwig-Kür. Deutsch wird für Top-Jobs in der Wiener Politik gehandelt wie die SPÖ-Bezirkspolitiker Kathrin Gaal, Ernst Nevrivy, Harald Troch und Wien-Holding-Chef Peter Hanke, ja sogar Faymanns Ehefrau Martina Faymann-Ludwig wurde genannt.

Wer Christian Kern half, ist jetzt weg vom Fenster

Im Gegenzug sind all jene weg vom Fenster (oder werden es bald sein), die beim Faymann-Sturz eine Rolle gespielt haben: Michael Häupl konnte seine Ablöse an der Spitze der Wiener SPÖ nicht mehr länger hinauszögern – so stark war der Druck de Ludwig-Gruppe. Die Stadträtinnen Renate Brauner und Sandra Frauenberger müssen im Frühjahr gehen. Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely  hat vorsorglich das Handtuch geworfen – und auch Lebensgefährte und Ludwig- Gegenkandidat Andreas Schieder wird wohl bald wechseln – die Rede ist von der Spitzenkandidatur für die EU-Wahl 2019. Und Kern? Hier läuft die Obmanndebatte längst.

Zur Vollversion des Artikels