Porträt

Das ist Elmar Oberhauser

21.09.2006

Elmar Oberhauser (59), wird ab Jänner 2007 Informationsdirektor in der neuen ORF-Geschäftsführung.

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Oberhauserist seit 1994 ORF-Sportchef und landete auf Wunsch des BZÖ auf dem einflussreichen und heiß begehrten Posten.

Die Karriereleiter
Der "nüchterne Alemanne", wie ihn sein Landsmann Vizekanzler Hubert Gorbach einst titulierte, wurde am 2. Jänner 1947 in Hohenems geboren. Der ausgebildete Volksschullehrer und Juniorenmeister im Schießen ist seit 1971 im ORF. Hier heuerte er zunächst im Sport an, wechselte dann zum Aktuellen Dienst nach Wien, war Chef der Bundesländerredaktion, leitete und moderierte die "Zeit im Bild 2". Nich nur in der "ZiB", sondern auch bei diversen Diskussionsendungen hieß es für Oberhauser im ORF-Studio "Achtung Rotlicht". Legendär sind etwa Oberhausers Auftritte als Moderator der TV-Duelle vor der Nationalratswahl 1994. Mit kritischen Fragen und dem Nachsatz "Das war nicht meine Frage" nervte er den einen oder anderen Politiker. Die Folge: Oberhauser wurde in den ORF-Sport weggelobt.

Mangelnde Diplomatie?
Als Sportchef hat Oberhauser dem ORF wichtige Sportrechte gesichert, die Fußball-Bundesliga ging allerdings verloren. ORF-interne Kritiker warfen ihm mangelnde Diplomatie bei den Verhandlungen vor. Neben Interviews mit Sportgrößen aus allen Bereichen sorgte Oberhauser mit einem Gespräch mit Jörg Haider für Aufsehen. Oberhauser interviewte den Kärntner Landeshauptmann für "Sport am Sonntag" und überzog dabei zu Lasten der "Zeit im Bild 1".

Orange Unterstützung
Während des Sportengagements von Oberhauser entstanden Freundschaften zur ehemaligen FP-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, mit der auch mal gemeinsam Geburtstag gefeiert wurde, sowie zum jetzigen BZÖ-Chef Peter Westenthaler. Dies brachten ihm nun die orange Unterstützung ein.

Gewitterwolken verziehen schnell
Oberhauser, verheiratet und Vater von zwei Töchtern, wird ein mitunter ruppiger Umgangston nachgesagt. Nach Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern gibt sich "Elmo" freilich auch immer wieder versöhnlich und lädt gelegentlich zur Friedens-Zigarre. "Oberhauser ist ein Mann mit Ecken und Kanten, aber freundlich bin ich eh selber", meinte etwas der designierte ORF-Chef Alexander Wrabetz kurz nach seiner Wahl.

"Mangelnde Sportperformance"
Während Oberhausers Arbeit im Aktuellen Dienst allseits als unabhängig und kompetent geschätzt wurde, gab es an seiner Arbeit im Sport mitunter Kritik. Sein künftiger Direktoren-Partner Wolfgang Lorenz kritisierte in seiner Bewerbung zur Generaldirektorenwahl etwa die mangelnde "Sport-Performance". Und der unabhängige Stiftungsrat Franz Küberl monierte die Dopingberichterstattung rund um die Olympischen Spiele in Turin.

Sein Stammlokal
Wenn Oberhauser einmal nicht am Küniglberg anzutreffen ist, findet man ihn oft in seinem Stammlokal, dem "Do & Co" am Wiener Stephansplatz, wo Alexander Wrabetz Mitte August seine Kandidatur zum ORF-Chef bekannt gegeben hat.

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