Schock-Studie

Die nächste PISA-Blamage

23.10.2018

Detailauswertung der PISA-Studie: Die soziale Herkunft bestimmt den Schulerfolg.

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© Getty Images (Symbolbild)
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Bildung wird vererbt, in Österreich noch mehr als in den meisten anderen Industriestaaten. Das ergibt eine Detailauswertung der PISA-Studie von 2015. Die Ergebnisse:

  • PISA-Leistung. Der PISA-Test ist in fünf Leistungsstufen gegliedert, wobei in Stufe 5 die besten Ergebnisse erzielt werden. Von jenen Schülern, die mindestens Stufe 3 erreichen, kommen nur 23,2 % aus ökonomisch schwachen Schichten. Im OECD-Schnitt sind es 25,2 %, im erstplatzierten Land Estland sogar 41,2  %.
  • Erreichte Punkte. Beim PISA-Test 2015 mit Schwerpunkt Naturwissenschaften erreichten Österreichs Schüler im Schnitt 495 Punkte. Das laut Sozialstatus unterste Viertel kam auf 448 Punkte, das oberste auf 545. Die Differenz betrug also 97 Punkte. Im OECD-Schnitt sind es nur 88, im bestplatzierten ­Island nur 52.
  • Universitätsabschluss. Weit hinter dem OECD-Schnitt liegt Österreich bei den Hochschulabschlüssen bildungsferner Schichten. Nur 10 % schafften ein Studium, obwohl die Eltern nicht einmal einen Pflichtschulabschluss haben. Im internationalen Schnitt sind es 21 %, in Neuseeland 39 %.
  • Bildungsmobilität. Nur 29 % schaffen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern, im Schnitt sind es 41 %.

SPÖ fordert Ausbau 
der Ganztagsschule

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sieht seine Schwerpunktsetzung bestätigt. Benachteiligungen soll bereits im Kindergartenalter entgegengewirkt werden.

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid kritisiert die Maßnahmen hingegen: „Was jetzt unter Schwarz-Blau passiert, ist ein bildungspolitischer Backlash.“ Sie fordert einen Chancen­index, 5.000 zusätzliche Lehrer und den Ausbau der Ganztagsschulen.D. Knob

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