Bildung
Erfolgsquote bei Zentralmatura 2025 deutlich gestiegen
22.01.2026Die Erfolgsquote bei der Zentralmatura ist 2025 gegenüber den Vorjahren wieder deutlich gestiegen und hat fast das Niveau der durch Prüfungserleichterungen gekennzeichneten Corona-Jahre 2020 bis 2022 erreicht.
Laut Zahlen der Statistik Austria schafften beim Sommertermin 2025 92,1 Prozent die "Standardisierte Reife- und Diplomprüfung". An den AHS lag die Erfolgsquote sogar noch höher als zur Corona-Zeit und mit 93,7 Prozent auf einem Allzeit-Hoch.
Vor der Pandemie betrug die Matura-Erfolgsquote an AHS und Berufsbildenden höheren Schulen (BHS) jeweils rund 85 Prozent mit kaum Ausschlägen nach oben oder unten. 2020 wurden aufgrund der Pandemie deutliche Erleichterungen eingeführt - so wurde die Zahl der Klausuren eingeschränkt, es gab längere Arbeitszeiten sowie vor allem die Einrechnung der Jahres- in die Maturanote. In Folge stieg die Erfolgsquote auf über 94 Prozent. Auch 2021 und 2022 erhielten Maturantinnen und Maturanten noch Goodies, was zu ähnlichen Resultaten führte (Erfolgsquote: 93,5 bzw. 90,5 Prozent).
2023 liefen die meisten Vergünstigungen aus - die vermutlich wichtigste wurde aber ins Dauerrecht übernommen: Durch die Einrechnung der Jahresnote in die Maturanote können Schüler mit mindestens einem Befriedigend in der Abschlussklasse bei der Matura praktisch kaum durchfallen (sie müssen in den meisten Fächern lediglich 30 Prozent der möglichen Punkte schaffen, Anm.). Dementsprechend blieben die Erfolgsquoten deutlich über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit und lagen 2023 bei 89,4 Prozent und 2024 bei 89,9 Prozent.
Erfolgsquote an AHS auf Allzeit-Hoch
An den AHS schafften 2025 sogar 93,7 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten die Zentralmatura beim Sommertermin - das sind mehr als zu Corona-Zeiten und ein neues Allzeit-Hoch. Das dürfte vor allem mit der Abschaffung der Pflicht zur Verfassung einer vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) zu tun haben. Seit dem Vorjahr kann statt einer VWA entweder auch das Ergebnis eines forschenden, gestalterischen oder künstlerischen Prozesses als "Abschließende Arbeit" abgegeben oder alternativ in einem zusätzlichen Fach schriftlich oder mündlich maturiert werden.
An den BHS (z.B HTL oder HAK), wo nach wie vor eine Diplomarbeit verfasst werden muss, betrug die Erfolgsquote 2025 "nur" 90,6 Prozent und lag damit zwar ebenfalls deutlich über jener der Vor-Corona-Zeit. Die Werte der ersten beiden Corona-Jahre 2020 und 2021 (96,5 und 94,9 Prozent) wurden aber nicht erreicht.
Bessere Noten bei abschließender Arbeit
An den AHS hat das Ende der VWA-Pflicht naturgemäß zu einem Rückgang der Zahl der unvollständigen Reifeprüfungen geführt. Außerdem wurden die neuen abschließenden Arbeiten (ABA) besser als die VWA beurteilt. Im letzten VWA-Jahr 2024 wurden 54,5 Prozent der Arbeiten mit einem Sehr Gut bewertet, im ersten ABA-Jahr waren es 65,1 Prozent. Der Anteil an nicht abgegebenen Arbeiten sank von 4,3 auf 1,7 Prozent.
Bei der ABA sind die Maturantinnen und Maturanten außerdem freier: Statt einer forschenden kann auch eine gestalterische oder künstlerische Arbeit gewählt werden. Die ABA kann auch ein Podcast, ein Videobeitrag oder eine Skulptur sein bzw. sogar getanzt werden.